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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
Entstehung
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Leider heißt das aber: Dieselben Streitfragen in Be-ziehung auf die Art der Entstehung und Verbreitung der Seuche,dieselbe Unbekanntschaft mit den Mitteln ihrer wirksamenBekämpfung und Heilung, dieselbe Unklarheit über das eigent-liche Wesen der Krankheit, die man als Blutvergiftung erkannt hatte.

Zm Großen und Ganzen kann dies Resultat NiemandWunder nehmen. Erwägt man vielmehr den ungeheuren Abstandin dem allgemeinen Entwickelungsstaude der heutigen Zeit, dieVerbesserung der Werkzeuge, mit denen die neuere Naturwissen-schaft beobachtet, die größere Ziffer der gleichzeitig gewisse Krank-heitserscheinungen beobachtenden Sachverständigen, die Schnelligkeitin dem Austausch der Wahrnehmungen, und die schärfere Kritikzweifelhafter Beobachtungen, die Ausdehnung eines die alte undneue Welt umspaunenden Beobachtungsgebietes, das Wachsthumder Heilkunde nach beinahe allen Richtungen, die Entstehung neuerZweige der Naturwissenschaft, so kann mau schwerlich umhin, denScharfsinn mancher Sachverständiger zu bewundern, die Howardgegenüber Ansichten aussprachen, die man durchaus modern zunennen versucht ist.

Ein wesentlicher Abstand jener Zeit im Vergleich zur heutigenSeucheulehre war allerdings dadurch bedingt, daß, in Er-mangelung derjenigen Beobachtungsmethoden, über welche heutzu Tage die Medicin zur Feststellung der nachweisbaren Krank-heitsgebilde an den Leichen verfügt, Howard's Zeitgenossen nochaußer Stand sein müssen, genau zu bestimmen, wodurch sich diedamals sogenannte afrikanische oder ägyptische Beulenpestvon gewissen anderen tödtlich verlaufenden Malariasicbern unter-schied, ob es mehrereArten" von Pest nach dem Grade derBösartigkeit gebe, wie sich die Pest zu gewissen, in mancherleiDingen ähnlichen, Krankheitsmerkmalen des Fleckentyphus verhalteund anderes mehr.

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