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John Howard und die Pestsperre gegen Ende des 18. Jahrhunderts
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von Howard befragten Aerzte legten dem in starken Dosen ver-abreichten Chinin besondere Bedeutung bei und dieses Medicamentdürste wohl das einzige sein, das der neueren Medicin in einzelnenPestfällen ein übrigens bescheidenes Vertrauen einflößen würde.

Einen sonderbaren Eindruck hinterläßt es auch, wenn HowardLurch einen Sachverständigen erfährt, daß das religiöse Bekenntnißder Erkrankten hier und da auf die Art der Behandlung einenEinfluß übte; eine Thatsache, in der man die letzten Erinnerungenan jene Zeiten erkennen mag, in denen der Geistliche den Berufdes Arztes als den seinigen in Anspruch nahm. Sobald einChrist erkrankte, sagt Verdoni, ißt er Caviar, Knoblauchund Schweinefleisch, trinkt Branntwein, Essig und andere, ähnlicheFlüssigkeiten, um die Entwickelung der Pestbeulen, deren Auf-treten als ein gutes Zeichen genommen wurde, möglichst zu be-fördern. Die Araber und Türken im Orient handelten wahr-scheinlich vernünftiger, wenn sie zur Milch oder zu schweißtreibendenMitteln ihre Zuflucht nahmen, jenechristliche Arznei" ver-schmähten und übrigens der Empfehlungen der ältesten arabischenAerzte gedachten, denen zu Folge das Hauptaugenmerk auf frischeLust und reines Wasser gerichtet werden sollte. In Kaironahmen die Muhamedaner gar keine Getränke, sondern Opium,und begnügten sich mit der Anwendung des glühenden Eisenszur Zerstörung der Pestbeulen. Auch die Juden befolgten ihreeigene Regel. In Konstantinopel und Smyrna pflegten sieCitronenlimonade zu nehmen, tranken zuweilen ihren eigenenUrin und enthielten sich streng der Fleischkost.

Wichtiger als die Erinnerung an die meisteutheils völligplanlosen Heilungsversuche der alten Zeit ist die Beachtung derAntworten aus Howard's erste, die ansteckende Kraft der Pestbezügliche, Frage.

Sämmtliche Gutachten stimmen darin überein, daß die Seuche

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