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weiterer Verbreitung beitrug. Zur äußersten Verzweiflung ge-trieben, brachen einige, um der Noch zu entgehen, gewaltsam ausden Pforten heraus; andere stürzten sich aus den Fenstern, be-stachen oder ermordeten die aufgestellten Wachtposten, um zu ent-kommen. Bei Nachtzeiten traf man solche Unglückliche, hier unddort herumirrend, deren gräßliches Geschrei Entsetzen, Verzweiflungoder Geisteskrankheit verrieth, sei es, daß sie vom Fieber über-wältigt waren, sei es, daß ihnen der Anblick todter Freunde undAngehöriger Schrecken eingeflößt hatte."
Ein großes Werk war es, das Howard in Angriff nahm,als er, ohne von Regierungen oder Staatsmännern unterstütztzu sein, dem damals noch stehenden Feinde der Süd-EuropäischenStaaten entgegenging, um Entstehungsgründe, Ursachen, Ver-breitungsweise, Abwehrmittel und Heilung der Pest an den zu-meist davon heimgesuchten Orten kennen zu lernen.
Neben den Beweggründen echter Menschenliebe, von denenHoward beherrscht blieb, bis er in der Ausübung seines Berufsals Krankenpfleger einer ansteckenden Krankheit im Januar 17ll0zu Cherson in Rußland auf seiner letzten Forschungsreise erlag,waren es aber auch bedeutende wirthschaftliche Interessen, diedurch das häufige Auftreten der Pest gefährdet wurden. DieKriege des Mittelalters hatten das Gleichgewicht des Volkshaus-halts und den ruhigen Entwicklungsgang der Kultur wenigergeschädigt, als die gelegentlich einbrechenden Verwüstungen derPest, in denen der Aberglaube früherer Jahrhunderte eine Heim-suchung des göttlichen, mit stiller Ergebung zu tragenden, wider-standslos hinzunehmenden Zornes erblickte.
Als sich seit dem 16. Jahrhundert der Seehandel zu immerhöherem Aufschwünge erhob, waren es zumeist die seefahrendenNationen, die jenen häufig wiederkehrenden Seuchen nicht nurihren Tribut an Menschenleben, sondern auch eine gleichsam
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