Druckschrift 
[1]: 1887
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das ganze Jahr hindurch, besonders aber an den Wallfahrtstagen wurde sostark, daß oft der Gottesdienst unter freiem Himmel gehalten werden mußte.Nach einem amtlichen Berichte vom Jahre 1783 war die Wallfahrt an denvorzüglichsten Brudcrschaftsfcsten , nämlich auf Dreifaltigkeitsmontag, MariaEmpfängniß, Geburt, Verkündigung und dem Feste des h. Joseph nicht nuraus der Nachbarschaft, sondern aus einer Entfernung von 8—10 Stundensehr stark besucht und rechnete man die Opfer auf einen jährlichen Ertragvon 250 fl.

Unter Kaiser Joseph II. sollten die Wallfahrten eingestellt und dasganze Inventar der Kirche nebst den Glocken verkauft werden. Jedoch kamendiese Verordnungen nicht zur Ausführung.

Die Wallfahrten dauern auch jetzt noch das ganze Jahr hindurch undbesonders an den obengenannten Tagen, sowie auf Markustag und in derBittwoche fort.

Hl. L. Ircru zu WarraHuch.

wischen dem fürstlich Thurn und Taxis'schen Schlosse Neres-heim und dem baumreichen Orte Ohmcnheim auf dem Härdts-felde steht wohl der schönste und größte Baum der ganzen Umgegend, einemajestätische Linde. Unmittelbar hinter derselben zwischen mäßigen Tannenbefindet sich die hübsche neugothische, nach Westen offene und mit einem sehrschönen Marienbilde geschmückte Mariabuch-Kapelle, die von vielen Wall-fahrern besucht wird. Früher stand dort eine größere Kapelle mit 2 Thürmenund 3 Altären, welche aber am 12. August 1706 abbrannte, nachdem fran-zösische Soldaten unter Obcrgeneral Moreau dort bivouakirt hatten, undmachte der jetzigen im Jahre 1856 erbauten Kapelle Platz. Die Wallfahrtentstand nach dem 30jährigen Kriege im Jahre 1663, als der Abt Meinradvom Kloster Neresheim die unglückliche und fast ganz entvölkerte Gegendwegen mangelnder Geistlichen, selbst von Ort zu Ort reisend, pastorirte.Sein sonst sehr frommes und williges Reitpferd wollte, es war im Jahre1660, an dem bei jener großen Linde stehenden Buchbaum nicht vorbei, son-dern fiel bei erfolgtem Antreiben auf die vorderen Fuße nieder, wobei demPrälaten der Hut vom Kopfe geworfen wurde; kurze Zeit darauf aber gingdas Pferd wieder ruhig weiter. Auf diese Begebenheit ließ Abt Meinradeinen Maser von dem Baume wegnehmen, hinter welchem er ein kleines BildMariens mit dem Kinde auf dem linken Arme entdeckte. Dies so wunderbarzu Tage geförderte Bild zog nun viele Andächtige herbei, und die allerseligsteJungfrau ward gar bald als wunderthätige Helferin des Härdtfeldes unddamit als Gründerin der nunmehr von Nah und Ferne viel besuchten Gnaden-stätte bekannt.