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hatte er mit größter Ehrerbietung gesammelt und in einem bleiernen Ge-äße eingeschlossen. Nach seiner Taufe predigte Longinus zu Mantua denchristlichen Glauben. Das h. Blut aber, welches er stets mit sich führte,vergrub er zu Mantua in die Erde, um es gegen alle feindliche Nach-stellungen zu schützen. Dann schiffte er über das Meer nach Cäsarea, wo erals Bischof dieser Stadt den Martertod erlitt.
Jahrhunderte lang blieb das h. Blut an dieser Stelle. Da wurde imJahre 809 Kaiser Karl der Große benachrichtigt, man habe in Folge gött-licher Offenbarungen das h. Blut gefunden. Der Kaiser gab dem damaligenPapste Leo III. alsbald Nachricht davon und bat ihn u:ki Untersuchung desEreignisses. Der Papst begab sich darauf persönlich nach Mantua und erhobdort das h. Blut unter großen Feierlichkeiten. " Jedoch bald darauf muß dash. Blut wegen der gefährlichen Zcitvcrhältnisse abermals verborgen worden sein
Zur Zeit des Papstes Leo IX. lebte in Mantua ein Blindgeborner,Namens Adelbero, welcher inbrünstig den h. Apostel Andreas um Heilunganflehte. Eines Nachts erschien ihm der Heilige im Schlafe und versprachihm Hülfe unter der Bedingung, daß er dem h. Vater den Ort angebe, wodas h. Blut verborgen sei. Diesen Ort bezeichnete er ihm sodann genau-Adelbero erklärte sich bereit und nachdem er das Augenlicht erhalten, pilgerteer nach Rom und machte dem Papste die ihm aufgetragene Mittheilung.Dieser that solches dem Kaiser Heinrich III. kund und begab sich selbst nachMantua, wo sodann in Beisein vieler geistlichen und weltlichen Fürsten dash. Blut unter großen Feierlichkeiten zum zweiten Male erhoben wurde. Dasvorhandene h. Blut theilte man in drei Theile, wovon der eine dem Papste,der andere dem Kaiser übergeben wurde; das Uebrigc verblieb in Mantua.
Als nun Kaiser Heinrich III. auf dem Sterbebette lag, vermachte erseinen Theil dem Grafen Balduin von Flandern. Dieser übergab dasHciligthum auf seinem Sterbebette seiner Tochter Juditha, welche an denKönig Tosto von England vermählt war. Nachdem dieser ihr Gemahl ge-storben, kehrte Juditha nach Deutschland zurück und vermählte sich zumzweiten Male mit dem Herzoge Wclf IX. Dieser erbaute die Kirche unddas Kloster in Weingarten und Juditha übergab dieser Kirche das h. Blut,damit es dort aufgehoben und verehrt werde. Diese Uebergabe geschah aneinem Freitage, den 31. Mai 1090. Dieser Tag, welcher den Namen Blut-freitag erhielt, wurde jedes Jahr durch eine große Prozession gefeiert.
Diese Prozession nun ist schon in alten Zeiten als eine aus berittenenPilgern bestehende erwähnt und es wird von mehr als 7000 Reitern beiderselben berichtet. Auch die Stadt Naveusburg ritt bis zur Reformationmit, seit 1529 bcthciligt sie sich nicht mehr an derselben. Die Reiter warenin Compagniecu eingetheilt, welche sich Uniformen anlegten und nach den-selben unterschieden. Diese hatten ihre niederen und höheren Offiziere, ihreFeldpatres, ihre Musik und kostbar gestickte Fahnen. Da alle Teilnehmer