Druckschrift 
[1]: 1887
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am Neckar gehörte. Ihr Reichthum und frommer Sinn zeigte sich durchStiftung mehrerer Klöster. Es war im Jahre 1517, als Luthers Abfallvon der katholischen Kirche auch im Gebiete der Grafen von Hohenbcrg An.Hänger bekam; jedoch leitete es die göttliche Barmherzigkeit so, daß der wahreGlaube und auch die Verehrung der seligsten Jungfrau Maria aufrecht er-halten und befestigt wurde.

Am Fußwege von der Stadt Rottcnburg nach den gegen Mitternachtgelegenen Ortschaften stand nämlich seit mehreren Jahren eine steinerne Säule,in welcher ein aus Holz geschnitztes Bild der schmerzhaften Gottesmutter sichbefand. Ein Bauer aus dem nahe gelegenen Dorfe Renningsheim nahmfreventlicher Weise dieses Bild von seiner Stelle und trug es nach Hause,damit es seinen Kindern als Spielzeug diene. Das Bild aber verschwandaus dem Hause und kehrte an seine frühere Stelle zurück. Zum zweiten unddritten Male holte es der Bauer, aber jedesmal befand sich das Bild wiederin der Säule. Dieses wurde allgemein bekannt und in Folge dessen strömtedas Volk aus der ganzen Umgegend zusammen, um das Bild zu verehren.Es wurde nun 1521 mit bischöflicher Erlaubniß über dem Bilde eine Kapelleerrichtet und ein Altar in derselben zu Ehren der Gottesmutter geweiht.

Bald mußte diese Kapelle erweitert werden, auch wurde eine marianischeBruderschaft in derselben errichtet. Die Blüthezeit der Wallfahrt beginntaber mit dem Jahre 1653. Die Grafschaft Hohenbcrg war an den Erz-herzog Ferdinand Karl übergegangen und dieser berief Jesuiten, welche dieLeitung und Besorgung dieser Wallfahrt übernahmen. Am 8. September1682 wurde der Grundstein zu dem jetzigen schönen Gottcshause gelegt unddasselbe 1695 feierlich eingeweiht.

Es werden viele wunderbare Gebetscrhörungen berichtet, welche andiesem Orte geschehen sein sollen. Im Jahre 1666 wurde ein fürstlicherPrinz von plötzlicher Blindheit befallen. Die bekümmerten Eltern nahmenihre Zuflucht zur seligsten Jungfrau und während des h. Meßopfers öffneteder Prinz die Augen und war sehend. — Im Jahre 1695 empfahl sich eineFrau, als sie von Straßenräubern angefallen wurde, dem Schutze der schmerz-haften Mutter und wurde durch plötzliches Erscheinen eines ihr unbekanntenMannes aus der Todesgefahr errettet. — 1667 litt ein Apotheker aus Rotten-burg auf einer Reise von Holland nach Ostindien Schisfbruch und kämpfteeine ganze Nacht mit den Wellen, wurde aber nach Anrufen Mariens mit neunseiner Gefährten gerettet, während gegen 200 seiner Genossen zu Grunde gingen.

Auch heute noch ist Weggenthal ein besonderer Ort der Andacht, desTrostes und der Hülfe in mancherlei Anliegen.