Druckschrift 
[1]: 1887
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Debler, Wilhelm Holzwarth, Laurenz Ramter und dem oben genanntenSyndikus Leonhard Fritz, beschloß die Annahme des Legates und beauftragteden Kirchenmcister und Steinmetz Kaspar Vogt mit der Ausführung derRestauration. Dieser stellte im folgenden Jahre 1617 die untere und imJahre 1620 die obere Kapelle wieder her; an die letztere wurde eine Vor-halle angebaut, welche mit einem Dache versehen wurde. In die Rückwanddes Felsens in der oberen Kapelle meißelte er einen Oelbcrg ein, welcher nichtohne Kunstwerth ist.

Im Jahre 1618 wurden die Altäre der unteren Kapelle eingeweiht.Als Kaiser Ferdinand am 9. Juli dieses Jahres in Gmünd war, besuchteer die untere Kapelle mit einer Partikel vom heiligen Kreuze. Gegen dieMitte des vorigen Jahrhunderts stiftete sodann die Familie Debler von Gmündauf dem Salvatorberge ein Benefizium und erbaute das dortige Benefiziaten-haus, in welchem der Wallfahrtspricstcr Wohnung fand. Sodann machtedie Familie Stahl eine weitere Stiftung daselbst, so daß wöchentlich dreigestiftete Messen in der Kirche gehalten werden.

Eine große Menge wunderbarer Gebetserhörungcn, welche auf demSalvatorberge geschehen oder an denselben sich knüpfen, wird in dem ange-zogenen Manuskripte des Syndikus Fritz berichtet. Auch werden solche durchdie Denkzeichen angekündigt, welche sich an diesem Wallfahrtsorte befinden.Eine solche Gcbetserhörung aus dem vorigen Jahrhunderte wollen wir hieranführen.

Im Jahre 1721 fuhr der lutherische Bürgermeister Michael Keser vonWeiler mit einem mit Wein bcladenen Wagen außerhalb der Stadt Gmündan dem Katharinenhospital vorbei, als er plötzlich einen epileptischen Anfallbekam. Häufig nämlich litt er an solchen Anfällen. Eine in der Nähebefindliche Frau eilte ihm zu Hülse und gab ihm den Rath, seine Zufluchtzu dem gnadenreichen Kruzifixbilde auf dem Salvatorberge zu nehmen, siezweifle nicht daran, daß sein Gebet bei Gott Erhörung finden werde. DerBürgermeister befolgte diesen Rath und machte nun jedes Jahr eine Wall-fahrt nach dem Salvatorberge, wo er seine Andacht verrichtete und ein Opferniederlegte. Früher war er fast täglich von dieser Krankheit heimgesuchtworden, aber jetzt trat alsbald Besserung ein und nach und nach verlor sichdas Uebel gänzlich.

Früher bestand auf dem Salvatorberge eine Bruderschaft, „von denheiligen fünf Wunden Christi", welcher von Papst Clemens XI. Ablässeverliehen wurden, dieselbe ist aber jetzt aufgelöst.

Die Wallfahrt wird täglich, besonders aber an den Freitagen derheiligen Fastenzeit stark besucht.

Vom Thale aus führt den Berg hinan jetzt ein breiter, schön angelegterWeg, längs dessen Bildstöcke und Stationskapellen, die Leidensgeschichte Christiin Holzskulpturen zeigend, dargestellt sind.