Druckschrift 
[1]: 1887
Seite
521
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Aer SaLvatorberg bei Kmünö.

GDMM südlichen AbHange des Berges, welcher früher den NamenExperstem trug, nicht weit von der Stadt Gmünd, liegt dieWallfahrtskapelle zum heiligen Salvator Am Fuße dieses Berges steht dasim Jahre 1850 errichtete Missionskreuz, von welchem man zu den Stations-kapellen gelangt, die zur eigentlichen Gnadenkopclle hinaufführen. Tiefebesteht aus zwei übereinander liegenden Kapellen, welche in den Sandsteindes Berges cingehauen sind und ihr Licht durch die in die Steinwand ein-geschnittenen Fenster erhalten, in der untersten Kapelle befinden sich dasGnadenbild und das Allerheiligste.

Nach den Forschungen des gelehrten Syndikus Leonhard Fritz, welcher1K20 eine Geschichte über diese Wallfahrtskirche schrieb, sollen schon die erstenChristen dieser Gegend dort ihren Gottesdienst gehalten und sich dorthin vorden Verfolgungen der Heiden geflüchtet haben. Nach anderen Nachrichtensoll sich vor alter Zeit ein frommer Einsiedler dort niedergelassen haben,welcher den Sandstein behufs Einrichtung einer Kapelle auszuhöhlen.versuchte.Seine Nachfolger hätten das Werk fortgesetzt und so seien die beiden Kapellenentstanden. Eine unterirdische Höhle in der Nähe der Kapelle soll diesenEinsiedlern zur Wohnung gedient haben.

In der unteren Kapelle befindet sich auf dem linken Seitenaltar einin Stein ausgehauencs Kruzifix, neben welchem an der Wand in lateinischerSprache folgende Worte zu lesen sind: „Dieses Bild des gekreuzigten Christuswar schon angefertigt, bevor die Mauern der Stadt Gmünd erbaut wurden;es wurde rcnovirt im sechsten Jahre der Regierung des Kaisers Mathias."(Also im Jahre 1617).

Wie der genannte Syndikus Fritz bemerkt, führten ehemals keineordentlichen Wege auf den Salvatorberg und man mußte auf Leitern denselbenbesteigen. Es kann deshalb nicht aufsallen, daß die Wallfahrt weniger be-sucht, ja sogar so sehr vernachlässigt wurde, daß Räuber und Diebe sichdaselbst aufhielten, und aus ihren Schlupfwinkeln die Stadt Gmünd und derenUmgegend überfielen. Von dem Feuer, welches dieselben unterhielten, wurdendie Felsen ganz geschwärzt. Nachdem sie dingfest gemacht waren, erkorenmuthwillige Knaben sich diese heilige Stätte zu ihren muthwilligcn Spielen.

Ein aus Gmünd gebürtiger Priester, Heinrich Pfennigmann zu Salzfeld,hegte den frommen Wunsch, daß die beiden Kapellen wieder hergestellt werdenmöchten und vermachte deshalb im Jahre 1616 aus seinem Sterbebette zurRestauration derselben die Summe von zweihundert Gulden. Der Magistratvon Gmünd, im Einverständnisse mit den damaligen Bürgermeistern Kilian