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[1]: 1887
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Sage, seiner Gewohnheit gemäß, das Bild aufgestellt und vor demselbenseine Andacht verrichtete, kam es ihm vor, als sage eine innere Stimme zuihm, er solle hier bleiben. Nach einiger Zeit bemerkte er, daß der Bundschuhan einem Fuße des Jesukindes, von den Bändern fast völlig gelöst, wieherunterfallend herabhing. Auch darin glaubte er einen Wink des Himmelszu erkennen, seine Wanderungen nicht weiter fortzusetzen. Somit ging erin das Dorf zurück und bat die Gemeinde um die Erlaubniß, sich an dieserStelle als Eremit niederzulassen. Gerne wurde ihm diese ertheilt, und erbaute nun auf dem Vorsprungc des Heubcrges, an dessen einer Seite derwilde Steinbach ein felsiges, düsteres Thal durchrauscht, und auf dessen andererSeite sich immer höher aufsteigende Wälder und Felsen befinden, eine Hütte,seinem Marienbilde aber eine Kapelle von Holz. Nahe bei seiner Wohnungfloß ein Wasser aus einem Berge, welches nach alter Beschreibung Menschenund Vieh schädlich war. Bruder Michael leitete das Wasser in eine Artgemauerten Brunnens zusammen, und machte eine Wallfahrt nach Högling,brachte von dort geweihtes Wasser mit, goß es in seinen Brunnen, legteheilige Reliquien von Rom hinein und betete inständig vor dem Bilde zurMutter Gottes, sie möge durch ihre Alles vermögende Fürbitte diese Quellein einen Gesundheitsbrunnen verwandeln. Sein Gebet wurde erhört, denn— wie die alte Beschreibung sagt — das Wasser ist so heilsam geworden,daß die Kranken in der weiten Umgegend es sich kommen ließen, und baldLinderung ihrer Schmerzen und oft völlige Gesundheit erhielten. So entstanddenn auch die Wallfahrt zu dem wunderthätigen Bilde und Bruder Michaelsah sich genöthigt, eine neue Kapelle mehr auswärts zu bauen. Er starbam 18. Januar 1667, nachdem er 20 Jahre als Klausner auf dem Kirch-walde gelebt hatte. Ihm folgte als Einsiedler Wolfgang Rieder von Aucrdors,welcher den Plan faßte, eine steinerne Kirche zu bauen, und dazu auch am27. Juli 1667 den Grundstein legte. Nach vieler Mühe erlangte er auchdie Erlaubniß, daß zweimal in der Woche, Dinstags und Samstags, dieh. Messe in derselben gelesen werden durfte. Am 14. April 1670 wurdedie erste h. Messe darin gefeiert. Am 22. September 1698 wurde die Kapellevon dem Bischöfe Karl Siegismund von Chiemsce eingeweiht.

Nachdem der Eremit Rieder und sein Nachfolger Thomas Görz imJahre 1710 ebenfalls gestorben war, ließ sich ein aus Nußdorf gebürtigerEremit, Casimir Weiß, der in diesem Jahre zum Priester geweiht wordenwar, daselbst nieder. Derselbe baute die jetzige geräumige Kirche und ließauch in der Nähe der Kirche eine größere Eremitenwohnung errichten, damitin derselben zwei Eremiten wohnen und zugleich die Schule halten könnten.Er starb am 16. Juli 1728.

Im Anfange des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche geschlossen undsollte auf den Abbruch verkauft werden, jedoch auf Fürbitte des ReichsrathesMaximilian, Grafen von Preysing hin wnrde dieselbe erhalten. Am 8. Sep-