Druckschrift 
[1]: 1887
Seite
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Riding wurde 1439 ein Benefizium für einen Wallfahrtspriester in Thalheimgestiftet und soll dieser Pfarrer selbst der erste Verwalter desselben gewesensein. Durch die vielen Opfergaben, welche in der Kapelle gespendet wurden,war es bald möglich gemacht worden, eine größere Wallfahrtskirche zu bauen,in welche nunmehr, 1645, das Gnadenbild übertragen und auf einem Seiten-altar aufgestellt wurde. Die alte Kapelle blieb stehen und wurde demh. Erzengel Michael gewidmet.

Im Jahre 1700 stiftete Georg Seerieder, Pfarrer von Steinkirchen,ein Kapital von 10,000 Florin zu einer Bruderschaft unter dem Titel„Maria Hüls". Ihr Zweck war die Vorbereitung zu einem seligen Todedurch Uebung frommer Werke der Andacht und Barmherzigkeit gegen Armeund Nothlcidende.

Als besondere Wohlthäterin der Wallfahrt und Bruderschaft wird eineFreifrau vom Lambfritzhamb, Besitzerin des nahegelegenen Schlosses Pirkagerühmt. Einst wurde ihr Söhnlcin durch einen Thorflügel des Schlosses,den der Wind losgerissen hatte, zu Boden geschlagen, so daß jeder glaubte,das Kind sei durch das Gewicht des Thorflügels ganz zerquetscht worden.Die Mutter rief in größter Angst Maria um Beistand an und machte einGelöbniß nach Thalhcim. Und siehe! als man den Thorflügel aufhob, fandman das Kind ganz unverletzt.

Der nächste Inhaber dieses Schlosses, Johann Christian Horneck,Neichsfreiherr von Hornberg, war ebenfalls ein besonderer Wohlthäter derWallfahrt, besonders nachdem sein schon von den Aerzten aufgegebener Sohndurch die Fürbitte Maria's genesen war.

Ein Jahr nach der Stiftung der oben genannten Bruderschaft kam einKlausner, Jakob Zeilmair nach Thalheim und baute neben der Michaels-kapelle eine Klause, in welcher er die Kinder der Umgegend im Lesen undSchreiben unterrichtete. Am 17. Januar 1735 wurde er in einem Alter von76 Jahren von Räubern überfallen und ermordet. Auch in der Folge warenhier beständig Klausner bis zum 12. Mai 1804, wo die Klause durch Ver-ordnung aufgehoben wurde.

Bei einem 1726 ausgebrochenen heftigen Brande blieb die Kirchewunderbar erhalten; auch schreibt man die Bewahrung der Felder vor Hagel-schauer und die Verschonung von einer heftig grassirenden Viehseuche derFürbitte Maria's zu.

Die beiden Seitenaltäre der Wallfahrtskirche wurden 1736 durchden Weihbischof von Freising, Johann Ferdinand Freiherr von Pödigkheim,cousekrirt. Auf denselben befinden sich die reich in Gold gefaßten Gebeineder hh. Märtyrer Florentius und Hilarius.

Durch die Freigebigkeit der Wallfahrer wurde es möglich, die Kircheauf das Glänzendste auszuschmücken. Eine große Orgel würd e erbaut, einekostbare Monstranz von gediegenem Silber und viele silberne Kirchengeräthe