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Nachdem 1792 eine französische Horde unter Custinc die Stadt durchciiieu Handstreich eingenommen hatte, erzwängen 1793 die deutschen Reichs-truppen unter dem Könige von Prenßen die Stadt. Das furchtbare Bom-bardement aber, welches derselben vorausging, verwüstete, außer einer Massevon Privatgcbäudcn, viele Kirchen der Stadt, und unter ihnen war nebstdem Dome auch die herrliche Liebfrancnkirche. Das Feuer wurde von an-stoßenden Stiftsgebäuden rasch weiter geleitet und brannte die Kirche aus.Nur mit genauer Noth rettete ein Mainzer Bürger das Gnadenbild, welchescr in die Augustinerkirche flüchtete.
Die ausgebrannten Hallen der Liebfrauenkirche benutzte man, noth-dürftig gedeckt als Magazin; 19 Jahre später aber wurden sie durch Männerder Aufklärung um den Spottpreis von 690 Gulden auf Abbruch verkauft,wo die trefflichen Bildwerke aus Stein rasch auswärtige Abnehmer fanden,so daß außer dem Gnadenbilde nichts weiter erhalten blieb.
Mitten in den Kricgsstürmen fand das Gnadcnbild selbst in den Reihendes kaiserlichen Heeres einen treuen Verehrer. Feldmarschall Clairfait näm-lich ließ wegen des über die Franzosen vor Mainz 1795 erfochtenen Siegeseinen Schrein von Holz um das Gnadenbild verfertigen, damit es auf dieseWeise geschützt und ausgezeichnet werde. So blieb es bis zum Jahre 1851.Als in diesem Jahre in Folge eines Mordanfalles auf einen die hl. Messelesenden Priester die Kirche neu geweiht und der Verehrung der heil. Jung-frau gewidmet wurde, kam man auf den Gedanken, eine Umrahmung inForm des schönen Portals der alten Liebfrauenkirche herzustellen. Bereitsam l. Mai 1853 erhielt das Gnadenbild seinen neuen Platz.
Hatte man auch zu keiner Zeit die Andacht zu dem Gnadenbilde gänz-lich vernachlässigt, so brachte doch diese Veränderung mit einem Male neuenEifer unter die frommen Verehrer Mariens.