Druckschrift 
[1]: 1887
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Der Frankfurter Kaufmann und Rathsherr Jakob Heller bestimmte1519 in seinem Testamente, daß auf seine Kosten nach seinem Tode ein ehr-barer Mann eine Wallfahrt nach Rom machen und dort die Hauptkirchenandächtig besuchen, dann auf der Rückkehr Loretto, Einsiedeln und andereWallfahrtsorte besuchen solle, und zwar unsere liebe Frau zu Hirzenhain inLberhessen, Liebfrauen in Worms und Aachen. An jedem Orte solle Messeund Requiem gehalten werden.

Eine Bürgersfrau von Wiesbaden verordnete 1S15 in ihrem Testa-mente, „ihr ehelicher Hauswirt soll etliche Wallfahrten usrichten, mit Na-men: zu unser l. Frauen zu Ach, zu S. Annen zu Douren, item zu unserl. Frawen zu Lahnstein; item zu S. Annen und zu unser l. Frawen zuBechthepm und zu Worms; item zu S. Philipps zu Zell; item zu h. Crutzbei Meintz und an andere mehr."

An Abbildungen des Marienbildes sind folgende bekannt: das ältestein Kupfer gestochen und hat die Inschrift: sauEta OsU ZsuItrlX Eorous,vorNatlas (Heilige Gottesgebärerin, Krone von Worms). Die zweite Ab-bildung findet sich in dem schon genannten Bruderschaftsbüchlein. Einedritte Abbildung finden wir in dem 1766 und 1788 zu Köln erschienenenWallfahrtsbüchlein: „Die Hand des Herrn" und ein viertes in dem Wall-sahrtsbüchlein: „Marianischer Gnadenfluß".

Das h. Kreuz zu Klein - Steinhenn.

m Ufer des Main, zwei Kilometer von Hanau entfernt, an derBebra-Frankfurter Eisenbahn liegt das Dorf Klein-Steinheim,gegenwärtig Filiale der Pfarre Groß-Steinheim. In der kleinen, dem heil.Nikolaus gewidmeten Kirche befindet sich eine schöne Darstellung des gekreu-zigten Heilandes, welche weit und breit große Verehrung genießt. LangesHaar fällt vom Haupte herab, die Gliedmaßen sind schlank gestreckt darge-gestcllt; das dorngekrönte Kanpt neigt sich rechts; reichliches Blut stießt überden Körper.

Die eigentliche Veranlassung der besonderen Verehrung dieses aus demts. Jahrhundert stammenden Kreuzbildes kennen wir nicht, wir müssen hieruns auf sagenhafte Berichte beschränken. F. Aloysius Möhrlcin, Benediktinerund Professor in Seligenstadt, Pfarrer in Steinheim, sagt in seinen: 1747erschienenen Büchlein „Verehrung des wunderthätigen Kreuzbildes U. H. I.Chr. zu Nieder-Steinheim", das Kreuz sei 1369 bei dem Einscharren einerdreimal abgestoßenen und wieder angeschwommenen Leiche in dem Boden ge-