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Wie an anderen Wallfahrtsorten, so bestand auch in Gonsenhcim früherder Gebranch, am Hanptwallfahrtsfeste das Vieh in die Nähe der Kapellezu treiben, damit es den kirchlichen Segen erhalte. Aus den benachbartenOrten kamen dann die Schüfer mit ihren Heerdcn, welche in einiger Ent-fernung vor der Kapelle aufgestellt wurden. Die Pferde wurden zuerst umdie Pfarrkirche herumgeritten und dann hinaus vor die Kapelle geführt.Nachdem die Gläubigen den letzten sakramentalischcn Segen erhalten, trat derPriester mit dem hochwnrdigsten Gute vor die Thüre der Kapelle, flehte ineinem von der Kirche vorgeschriebenen Gebete Gottes Schutz über die Thiereherab und segnete sie zuletzt mit dem heiligsten Sakramente.
Am 13. Juli 1753 verlieh Papst Benedikt XIV. für das Haupt-mllfahrtsfest 'einen vollkommenen Ablaß unter den gewöhnlichen Be-dingungen.
Schlimme Zeiten brachen für die Kapelle herein durch die französischeRevolution. Nach dem Siege der Franzosen bei Fleurus in Holland amW, Zum 1794 und dem allgemeinen Rückzüge der verbündeten deutschenTruppen rückten die Franzosen abermals gegen Mainz, das sie schon 1792einmal inne hatten, aber im folgenden Jahre nach einem siegreichen Gefechteunter Anführung des österreichischen Feldherrn Kalkreuth wieder abtreten»mßtcn. Als die Stadt im Oktober 1795 wieder belagert wurde, kampirten dieFranzosen unter General Mengaud mit 6709 Mann in und um Gonsenheim.Sie plünderten die Gemeinde aus und viele Häuser wurden zerstört oder argbeschädigt. Einige Franzosen brachen in die Kapelle ein in der Hoffnung,kostbare Sache zu finden. Als sie sich aber getäuscht sahen, steckten sie dasGotteshaus in Brand und verwandelten es, wie Pfarrer Keimer sagt, ineinen Steinhaufen.
Kaum waren die Franzosen am 18. Oktober 1813 in der großenVölkerschlacht zu Leipzig geschlagen, so dachte man auch daran, die Kapellewieder aufzubauen. Dazu kam, daß durch die fliehenden Franzosen derTyphus in der ganzen Gegend verbreitet worden und man gegen dieseKrankheit Schutz bei den heiligen Helfern in der Noth suchte. Die Opfersielen reichlich, 1815 begann man den Bau der Kapelle und vollendeteihn 1816.
Gegenwärtig wird in dieser Kapelle an jedem Nothhelfertage die heil.Messe gelesen. Nur zweimal im Jahre ist Prozession, am 3. Sonntage»ach Pfingsten und am Feste des heil. Dionpsius, An den Sonntag Nach-mittagen ist in der Regel Laiengottesdienst.