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Di? Vierzehn-Nothhelferkapelliz zn Gonsenheiin.
ine Stunde von Mainz an der Bahnlinie Mainz-Alzey liegtdas Dorf Gonsenhcim mit einer Wallfahrtskapelle zu den hh,vierzehn Nothhelfern.
Im Jahre 1729 wurde das Dorf Gonsenhcim von einer Viehseucheheimgesucht, welche den größten Theil des Viehes hinraffte. Auch befiel eineansteckende Krankheit die Einwohnerschaft. Als die Seuche nicht nachließ,machten die Gonsenheimer das Gelöbniß, zu Ehren der heil, vierzehn Noth-helfer eine Kapelle zu bauen.
Im Jahre 1720 hatte der Pfarrer Blasius Cäsar zu Ockenheim aufdem Jakobsberge eine Kapelle zu Ehren der 14 Nothhelfer erbaut und warin Folge dessen die Verehrung dieser Heiligen in der ganzen Umgegend ver-breitet. Zu diesem nahm also auch die Einwohnerschaft von Gonsenhcimihre Zuflucht und siehe, sobald sie das Gelübde abgelegt, ließ die Krankheitnach und war bald verschwunden. Der damalige Pfarrer Johann MichaelHassen (1727 —1749) suchte zum Bau der Kapelle die Genehmigung deserzbischöflichen Ordinariates sowie des Domprobstes Carl Emmerich Franz,Freiherr von Breidbach-Bürresheim als Patronatsherr der Gemeinde nachund noch in demselben Jahre wurde an der Stelle, wo der sogenannte„Heiligenbaum" stand, die Kapelle errichtet. Es war dies ein hoher Fichteu-baum, etwa 10 Minuten von Gonsenhcim entfernt, im Walde gegen Bnden-heim hin. Fromme Leute aus Gonsenheiin, Mainz und anderen Orten derUmgegend hatten ihn mit Kränzen, Heiligenbildern u. s. w. geschmückt undpflegten hier gelegentlich eines Spazierganges oder beim Holzsuchen ihre An-dacht zu verrichten. Wie das alte Nothhclferbuch von Gonsenheiin berichtet,machten die Pilger Löcher und kleine Nischen in den großen Baum für Bil-der und Statuen.
Schon während die Kapelle gebaut wurde, war der Andrang der Pil-ger so stark, daß man von dem ursprünglichen Plane abgehen und dieselbein größeren Verhältnissen errichten mußte.
Bis zum Jahre 1794 wurden die Festtage der einzelnen Heiligen durchHochamt und Predigt gefeiert, wobei die Pilger zahlreich die h. Sakramenteempfingen. Das hochwürdigste Gut wurde an denselben aus der Pfarrkirchein Prozession in die Kapelle gebracht. Jährlich fanden zwei größere Wall-fahrten statt: am 3. Sonntag nach Pfingsten und am 9. Oktober, dem Festedes h. Dyonisins. Das alte Nothhelferbuch sagt, daß nicht blos die Fest-tage der einzelnen Nothhelfer „mit möglichster Solemnität unter einer lieb-lich lautenden, kunstreichen, in dem höchsten Grade virtuosen Hofmusik unddabei gehaltenen Lobreden und Predigten, auch bisweileu mit Missionsvor-trägen und ernsten Bußpredigten begangen, sondern auch das ganze Jahrhindurch diese Kapelle an dem benachbarten Volke eifrigst besucht werde."