Druckschrift 
[1]: 1887
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sahrtskirche, wie sie heute noch besteht und gut unterhalten ist, wurde vonihm aus freien Stücken und aus eigenen Mitteln aufgeführt. Nur knüpfteer daran die Bedingung, daß die Kirche zur Beerdigung der freiherrlich vonGirardi'schen Familienglieder dienen solle. Die Besorgung des Gottesdienstesvereinbarte er mit dem damaligen Pfarrer Jakob Christoph Herbling z»Sasbach; es mußte an allen Samstagen des Jahres, sofern nicht ein Feier-tag darauf fällt, in der Kapelle eine h. Messe für den Erbauer, sein Ge-schlecht und seine Verwandten gelesen und an den gebotenen Marienfestendas Hochamt dort gehalten werden. Als Vergütung dafür schenkte er 1bMorgen Ackerfeld, 30 fl. baar, 2 Viertel Korn und 1 Saum Wein, in derAbsicht, daß eine Kaplanei auf dem Litzenbergc gegründet werde. Letztereskam jedoch nicht zu Stande. Der edle Gründer der Kapelle starb schon im33. Jahre seines Lebens am 26. Mai 1670 und fand im Chöre, wie erangeordnet hatte, seine Ruhestätte. Sein Bild befindet sich in Lebensgrößeaus Stein gehauen in der Familiengruft und ein Epitaphium mit lateinischerInschrift in der rechten Seitenwand des Chores verewigt die Erinnerung onden Wohlthäter.

Am 31. Dezember 1731 erneuerte Freiherr Leopold Alexis von Girardimit Pfarrer Martin Zimmcrmann den früheren Vertrag und erhöhte diegestifteten 30 fl. auf 40 fl. Am 28. Juni 1747 vergabte Franz Anton Freiherrvon Girardi der Kapelle seinen Antheil an dem Ebersteinschen Fruchtgilt, jedochsolle ihm, seinen Erben und Nachkommen jederzeit die Befugniß zustehen, dieGilt um 608 fl. rauher Währung zurückzukaufen und einzulösen oder dafüreinen jährlichen ständigen Zins von baaren 30 fl. statt der Naturalgilt z»entrichten. Von Mitte des 17. Jahrhunderts nahm die Wallfahrt immcrmehr zu und zog selbst viele Bewohner des Elsasses mächtig an. PapstBenedikt XIII. ertheilte deshalb am 13. September 1726 mit besondererBulle das Privilegium, an jedem vierten Tage der Woche in der Kapelleauf dem Lindenberge die h. Messe celebriren zu dürfen. Es wurden dem-nach wöchentlich zwei heil. Messen, am Mittwoch und Samstag gelesen undzwar bis vor etwa 40 Jahren, wo der Vertrag durch Vernachlässigung seinerBestimmungen erloschen ist.

Zu diesen Schenkungen kommen noch Stiftungen von Aemtern undMessen für die Seelen Abgestorbener zu Sasbach und anderen umliegendenOrtschaften sowie Opfererträgnisse. Sie wuchsen zuletzt zu einem selbststän-digen Fond an; von 1780 liegt noch eine Litzenberger Kapellenfondsrechnungvor. Gegenwärtig bestreitet dieser Fond die baulichen und gottesdienstlichen Be-dürfnisse der Wallfahrt. Durch Erklärung vom 30. Okt und 10. Nov. 18Z1haben die Grundherren von Girardi zu Sasbach auf das Eigenthumsrechtan Kapelle und Bruderhäuschen verzichtet und ist solches nun auf den Fondübergegangen.