St. Roman, Bezirksamt Wolfach.
^Dn wilder Gegend auf steilem Gebirg gelegen, hatte dieses Seiten-
M thal der Gemeinde Kinzigthal schon frühe eine eigene Pfarrei,1435 bestand schon wenigstens Chor und Sakristei der jetzigen Kirche, denndas gothische, schön gearbeitete, steinerne Sakramentshäuschen des Choresträgt diese Jahrzahl und in demselben Stile ist die Sakristei gebaut. Schondamals bildete St. Noman den Mittelpunkt der umwohnenden Christen, diedorthin wallfahrteten und die h. Sakramente empfingen. Die Pfarrei kamim Laufe der Zeit in Abgang und wurde 1520 auf's Neue fundirt. Siezerfiel abermals und wurde Filiale der Pfarrei Wolfach. 1784 wurde diejetzige Pfarrei errichtet durch Josef Maria Benedikt Fürst von Fürstenbergin Verbindung mit der Gemeinde.
1742 wurde die Wallfahrtskirche durch den Bischof von Konstanz mitReliquien des h. Märtyrers Romanus beschenkt; dieselben wurden durchden Generalvikar Wilhelm Kistler übergeben.
Das Fest des h. Roman wird sowohl am Tage selbst, dem 9. Aug.,als am darauf folgenden Sonntage mit Predigt und Amt feierlich begangen;es finden sich dabei 3—4000 Personen ein.
Jeder Freitag ist Wallfahrtstag, meistens ein Amt, am Schlüsse Lita-nei vom h. Romanus; in der Fastenzeit empfangen etwa 1500—2000 Pilgerdie h. Sakramente in der Wallfahrtskirche. Besonders in leiblichen Uebeln,speziell bei Fallsucht, haben die Gläubigen großes Vertrauen auf die Für-bitte des h. Roman und es sollen früher auch viele Votivtafeln als Zeugenfür erlangte Gebetserhörung vorhanden gewesen sein.
Oberachevn.
n der Acher, am Eingange des freundlichen gleichnamigen Tha-les, in einer der gesundesten und schönsten Gegenden des ba-dischen Landes liegt das Dorf Oberachern mit einer Wallfahrt zum h. An-tonius von Padua, über deren Entstehung Folgendes berichtet wird.
Die Stelle, auf welcher die Wallfahrt sich befindet, diente vor Altersals Gemeindealmend zur Meide für Ziegen und Schweine. Einstmals wühl-ten die letzteren im Boden und förderten eine kleine Statuette des h. Anto-nius zu Tage. Sie wurde in einem Bildstöckchen aufgestellt, vor welchem dieVorübergehenden ihre Andacht verrichteten. Zum Schutze überdeckte man esspäter mit einem kleinen Dache und noch später ersetzte man es durch eineaus Holz gezimmerte Kapelle mit einem Altare, da durch die vielen Gebets-