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Piekar zusammen. Leider ist zu beklagen, daß wir über diese Zeit keinenäheren Aufzeichnungen überkommen haben.
Inzwischen kam die traurige Zeit der Kirchentrennung heran, und derProtestantismus, der in dem gemischten Elemente der Bergarbeiter merklicheFortschritte machte, brachte das Muttergottesbild von Piekar in einige Ver-gessenheit. Diese Vergessenheit dient aber unserm Bilde gleichsam zumSchutzmittel vor der nunmehr hereinbrechenden Wuth eines Bildersturmes,der im Gefolge der neuen Lehre auch in Oberschlesien Eingang fand.
Waren dies in der Geschichte unseres Bildes Tage der Erniedrigungso sollten auch wieder Tage der Erhöhung und Verherrlichung folgen. ImJahre 1659 war es, wo das Bild solch wunderbaren Wohlgeruch ausath-mete, daß der Pfarrer Jakob RoczkowskUsi sich hierdurch veranlaßt sah,dasselbe vom Nebenaltare auf den Hochaltar zu übertragen, um es der all-gemeinen Verehrung des Volkes zugänglich zu machen. — Gleichsam alswolle man das Unrecht, das man der Muttergottes bisher angethan, durchverdoppelten Eifer in ihrem Dienste wieder gut machen, beeilten sich jetztAlle den Ruhm des Muttergottesbildes von Piekar überall hin auszubreiten,ja der Bischof von Krakau, Andreas Trzebieski, zu dessen Diözese Piekardamals gehörte, setzte in die Muttergottes von Piekar so großes Vertrauen,daß er unter ihrem mächtigen Schutze eine Mission zur Ausrottung derneuen Irrlehre in Tarnowitz zu veranstalten gedachte. Zu diesem Zweckewurden zwei Priester der Gesellschaft Jesu, ?. Georg Pospelius und?.Thomas Witkowitz ausersehen, die am Feste der Opferung Mariä 1675 inTarnowitz einzogen und mit einer achttägigen Andacht zur Muttergottes vonPiekar ihr Missionswerk begannen.
Eine verheerende Seuche war 1676 in Tarnowitz ausgcbrochen undder Würgengel schlug Hunderte in wenigen Tagen, so daß des Jammersund des Wehgeschrei's daselbst übermäßig viel wurde. Da machten sich dieBewohner von Tarnowitz aus und zogen unter der Leitung der Missionarehinan gen Piekar, Gesunde und Kranke, Reiche und Arme, Recht- und Irr-gläubige; eine große Schaar, um von der Helferin der Christen Rettung z»erflehen. Und, wie es noch nie erhört worden, daß Jemand, der zu ihrseine Zuflucht nahm, verlassen worden wäre, so wurden auch diese Wall-fahrer gar bald Marias Beistand inne, die Seuche ließ nach und wich, ^und zahlreiche Dankopfer verkündeten Marias Lob.
Solche Wunderthaten konnten nicht verborgen bleiben, in alle Welttrug sich hinaus ihr Ruf, und wie es allerorts der Leiden und Gebrechenaller Arten gab, so schickte auch fast jeder Ort, weit über die Grenze»
H Jakob Roczkowski, geb. in Gleiwitz 16S6, studirte in Posen und Bresla»,wurde in Neisse iK5g ordinirt, war 3 Jahre (Lieschianer) Vikar in Breslau, hierausPfarrer in Piekar bis 22. Okt. 1678, wo er nach Machnitz ging.