Druckschrift 
[1]: 1887
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Beuthen der von ihm consekrirten Kirche zu Kamin Parochialrechte auchüber Piekar.

Der Beuthner Kreis in seiner Ergiebigkeit auf dem Felde des Berg-baues ist nicht erst der industriellen Neuzeit bekannt worden, schon vorvielen hundert Jahren wurde diese Schatzkammer ausgebeutet, und dieSilberadern der Erde, die dort geöffnet wurden, lockten Tausende von Men-schen zu gewinnreicher Thätigkeit herbei. Bald bildeten sich um Beuthenjunge Kolonieen und ganze Ortschaften aus zugezogenen Ausländern. Einesolche Kolonie von Deutschen, Peckar (Pickar) genannt, wuchs in kurzerZeit zu ansehnlicher Größe heran, und somit stellte sich das Bedürfniß nacheiner Kirche fühlbar heraus. Diese Kirche sollte, wie der Volksmund be-richtet, auf einem nahegelegenen Hügel, Cerekwia, errichtet werden, kam aberdaselbst deswegen nicht zur Ausführung, weil jedesmal des Nachts durcheine unsichtbare Kraft hinweggenommen wurde, was Tags zuvor an Bau-materialien herbeigeschafft worden war; und dieselbe unsichtbare Hand, welchedas Bauholz davon trug, richtete zugleich in Mitte des Dorfes Piekar einenPlatz her, der zum Kirchbau geeignet war. Somit wurde denn der ur-sprüngliche Plan aufgegeben und im Jahre 1303 innerhalb des Dorfes eineKirche aus Fichtenholz zu Ehren des Apostels Bartholomäus errichtet, derenKonsekration im Jahre 1318 stattfand. An der linken Seite dieser Kirche,unmittelbar am Eingange zur Sakristei, stand ein Nebenaltar zu Ehren derjungfräulichen Gottesmutter, dem ein Bild aus Lindenholz gemalt, zwei Ellenhoch und ebenmäßig breit, als Zierde diente. Ueber dieses Bild äußert sichein Schriftsteller in folgender Weise: „Das lebhaft glänzende Angesicht desBildes hemmet in Bewunderung den Anschauenden die Benrtheilungskräftein dreierlei Sachen, daß sie bei sich selbsten nicht zu entscheiden wissen, obmm nämlich der fürtrefflichen Schönheit und Liebreizen der Anmüthigkeit,oder aber, der sich über menschliches Begreifen gebührender Majestät, beides wunder-strahlenden Gesichts heiliger Züchtigkeit und zur Andacht er-munternder Frömmigkeit, in dem holdseligen Bild den Vorzug geben solle?Bei allem dem ist gleichwohl unstreitig, in Acht und wahrgenommen wor-den, ja von vielen hoch betheuert worden, daß die mehresten Personen, welcheetwas näher hinzugetreten und mit genauer Beobachtung die Bildnuß derwunderlieblichen Mutter angeschauet und betrachtet, vermerket haben, wiedaß das h. Bild etwelchen erschienen zu entbrennen in ein Ehr-förchtigesSchröcken, andern zur Traurigkeit zu erblassen, vielen zur Freudigkeit leb-haft zu werden; insgemein aber allen solche süße Herzensbewegungen ver-ursachet, daß selbige zu andächtigen Thränen erweichet worden."

Somitwurde das Bild im weiten Umkreise ein Gegenstand allgemeinerVerehrung, und als nun gar noch mehrfach wunderbare Heilungen vonallerhand Krankheiten und Gebrechen durch dieses Bild bewirkt wurden, soströmten alsbald große Schaaren frommer Wallfahrer allerwärts her nach