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schauen. Die Pforten waren mit Blumen, Gemälden und Inschriften ge-schmückt; Grafen, Barone und der Guardian standen bei dem Eingange; dieFraters grüßten durch stumme Verbeugung. Aus dem hochgelegenen Gartenschaute der Monarch durch Ferngläser die Umgegend an und nahm Choko-lade ein. Den Guardian sprach er lateinisch an: wie lange der Conventbestehe, wer sein Stifter, nurn sit onstockig, saosrciowni? Dann fragte erdeutsch: ans welche Weise sie sich erhalten, ob äomus poenitkntiaria, undwie mit den Büßern procedirt werde. Vicar Guido Gromann beantwortetedie deutschen Fragen. Lächelnd ging der hohe Gast zur Kirche, besah sichdie St. Aunastatue, wollte auch in's Refektorium, da aber drei WeiberBittschriften brachten, ging er zur Thür hinaus, wo er sich nochmals dieUmgegend ansah und sich verneigend fortging.
Die Stadt Gleiwitz, welche 1627 für glückliche Befreiung aus derGefahr belagernder Feinde das Gelübde gemacht, alljährlich nach Czenstochanzu wallfahrten, lenkte in Folge eintretender Staatsumwälzung die Pilger-reise zuerst nach Pschow, dann auf den St. Annaberg.
Graf Anton ist bestattet in der wenige Jahre vorher von ihm erban-ten Magdalenenkapelle auf dem Berge am 18. Januar 1796. Er war mitRiesenkräften ausgestattet, zerbrach Thaler, Hufeisen u. s. w. und war imStaude, einen vierspännigen Wagen in der Fahrt aufzuhalten.
Der Conventarchivar verzeichnete von 1657 bis in den Anfang diesesJahrhunderts über 100 Gnadeuerweisungen, welche Kranke, Blinde, Lahmehier durch Heilung erfahren haben.
Wie anderwärts alles Gold und Silber bei der französischen Occupa-tion zum Wohle des Vaterlandes abgeliefert werden mußte, so sendete auchdas hiesige Kloster 98 Votivgegenstände ein.
Im Jahre 1810 wurden die Klöster aufgehoben und ein Wallfahrts-geistlicher als Kalvarienprediger angestellt, dem die benachbarten PriesterAushülfe leisteten. — Die Breslauer Regierung räumte am 10. Oktober1811 dem Orte das Recht ein, am 29. Juni, 25. und 26. Juli Jahrmarktabzuhalten.
Am 19. Juni 1819 war der Kronprinz in Cosel und fuhr nachTische auf den Annaberg, dessen Aussicht ihn erfreute.
Im Jahre 1827 hat das Ministerium der geistlichen Angelegenheitenbewilligt, daß der Andachtsort der bischöflichen Behörde übergeben werde.
Obgleich wegen hermetischer Sperre aus Russisch-Polen Niemand überdie Grenze durfte, so waren im Jahre 1843 doch zum Feste Kreuzerhöhung80,000 Pilger anwesend, allein ans Ratibor und Umgegend H7 Meilen)000. Fünf Franziskaner leisteten Aushülfe. Die Prozession der Deutschenbeginnt Istz Stunde früher als die der Polen; bei jeder Station wird von- Kanzel eine Ansprache gehalten. Am 15. August 1846 waren 10,000