Druckschrift 
[1]: 1887
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Verwundert über diese Worte des erleuchteten Papstes kehrte der h.Ulrich nach Augsburg zurück, fand dort den Bischof Adalbero schon zurErde bestattet, und an dessen Stelle einen andern, mit Namen Hiltin, ge-setzt. Ulrich legte nun seine Domherrnwürde nieder und zog zu seinerMutter, die er kindlich pflegte.

Nach dem Tode des Bischofs Hiltin wurde Ulrich von Kaiser Hein-rich I. zu seinem Nachfolger bestimmt und in seinem 31. Jahre, am Festeder unschuldigen Kinder, geweiht. Jetzt traf buchstäblich ein, was der Papstihm vorhergesagt hatte. Das wilde Volk der Hunnen und Slaven war bisin die Gegend von Augsburg mordend, plündernd und sengend vorgedrun-gen, selbst die Stadt Augsburg wurde von ihnen eingenommen, die Hänserwurden niedergebrannt, die Kirchen und auch der bischöfliche Dom wurdenzerstört; in der ganzen weiten Gegend des Lechflnsses lag Alles in Schuttund Asche; wo man hinblickte, war nichts als Jammer, Elend und Noth.Auch die gottselige Klausnerin Wiborada wurde von ihnen erschlagen. DieLeiden des h. Ulrich waren groß, aber er verzagte nicht. Schleunig sam-melte er die überallhin zerstreuten Gläubigen seines Bisthums, verschaffteihnen so viel als möglich leibliche und geistliche Hülfe und ließ die nieder-gebrannten Kirchen, unter diesen die Kirche der h. Afra, wieder prächtigauferbaueu.

Während an dieser Kirche die Bauleute noch beschäftigt waren, er-blickte der fromme Lambert, ein Geistlicher des h. Bischofs Ulrich, in einemGesichte den verstorbenen Bischof Adalbero im Priestergewande, der ihmwinkte. Er nahete sich ihm und vernahm nun aus dessen Munde den Be-fehl, daß er dem h. Ulrich melde, er werde von Gott belohnt werden fürdas Gebet und Almosen, das er für ihn dargebracht habe und er werdemit Bischof Fortunat am nächsten Grünendonnerstag kommen und mit ihmdas heilige Oel weihen; auch würde die Gruft der Kirche der h. Afra zu-sammenstürzen, darum solle er fester bauen. — In der Folge hat sich diesesbestätigt.

Nachdem der Heilige Alles wieder in guten Stand gesetzt hatte undsei ne Heerde in Ruhe zu weiden gedachte, brach neues Unglück herein. DieUngarn überschwemmten in zahllosen Schaaren das deutsche Land und be-lagerten auch die Stadt Augsburg. In dieser Noth ließ nun der h. Bischofalle Säuglinge der ganzen Stadt in die Kirche tragen und auf die bloßeErde niederlegen. Dann warf er sich mit dem ganzen Volke auf die Knieeund rief zu Gott um Hülfe. Und siehe da! die Ungarn zogen plötzlich ab;Augsburg war gerettet.

Nun war zwar der Friede zurückgekehrt, aber auch jetzt konnte er seinBisthum nicht so verwalten, wie er wollte. Er war nicht nur Bischof,sondern auch Reichsfürst und mußte daher nach der Einrichtung der dama-ligen Zeit am Hoflager des Kaisers erscheinen und demselben mit seinem