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[1]: 1887
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Die Wallfahrt zu unserer lieben Frau in Andechsoder der heilige Berg.

icht weit vom östlichen Ufer des Ammersee's erhebt sich 1954Fuß über der Meeresfläche ein Berg, ans welchem das Schloßund die Wallfahrtskirche Andechs steht.

Rapoto, Ratbod, Rathold, auch Rasse, angeblich ein natürlicher Sohndes Königs Arnulf (ch 899) soll der Gründer von Andechs und der Stamm-vater der Grasen dieses Namens sein. Sein Sohn, Graf Ratho, wird alsein tapferer Held in den Kriegen gegen die Ungarn gerühmt. Als er imJahre 949 mit Juditha, der Gemahlin des Baiernherzogs Heinrich, eineWallfahrt zum h. Grabe im gelobten Land unternahm, sammelte er aufdieser Reise viele heilige Reliquien und baute nach seiner Rückkehr unweitdes Ammersees zu Wörth an der Amper eine Kirche und ein Kloster, inwelchem er die von der Reise mitgebrachten Heiligthümer zur Verehrungausstellte. Unter denselben nennen die Chroniken ein Stück von deinSchweißtuche Jesu, mit welchem er am Oelbcrge den blutigen Angstschweißabtrocknet«; ein Stück von dem Tischtuche beim h. Abendmahle; ein Stückvon dem Tischtnche Maria's, ein Stück von der Hirnschale der h. Magda-leua; die Gebeine des greisen Simeon, sowie des h. Timotheus, desSchülers des Apostels Paulus; das Haupt der h. Agatha; Gebeine der hh.Apostelfürsten, sowie der übrigen Apostel, z. B. Haupt und Arm des h.Philipp, die Hirnschale des h. Georg u. a. m.

Ratho starb im Jahre 954. Als im darauf folgenden Jahre dieUngarn ihre Einfälle in Bayern erneuerten, flüchteten die Mönche die Re-liquien nach Andechs. Dort wurde der Neliquienschatz durch Spenden nochbedeutend vermehrt. Graf Otto von Kastel schenkte einen Theil des Schleiers,des Gürtels und des Haarbandes der allersel. Jungfrau, serner ein Bildderselben; Agnes, die Tochter des Grafen Berthold von Andechs und Her-zogs von Meran, einen Theil der Dornenkrone Christi; die h. ElisabethLandgräfin von Thüringen, deren Mutter aus dem gräflichen Hause An-dechs war, mehrere Reliquien sowie ihr Brautkleid. Vorzüglich werden aberdort drei in einer Monstranz eingeschlossene Hostien verehrt, von welchenzwei Papst Gregor der Große (oder Gregor VI., welcher 1946 in Deutsch-land war?) und die dritte Papst Leo IX. consecrirt haben soll, welche ehe-dem im Besitze der Kaiser Heinrich II. und Heinrich III. gewesen und vonBamberg nach Andechs gekommen sind.

Als im Jahre 1209 die Burg Andechs nebst der dortigen Kapellevom Herzog Ludwig I. zerstört wurden, verbargen die Mönche die Reliquien

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