Druckschrift 
[1]: 1887
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

wo dasselbe auf einer hölzernen Tafel befestigt und in dem Heiligenhäuschenaufgestellt wurde.

Inzwischen hatte sich das Gerücht von den Erscheinungen und der Er-richtung des Kapellchens in der ganzen Stadt Geldern verbreitet und warauch zu den Karmeliternonnen gedrungen. Diese verlangten, das Bild zusehen und Buschmann überließ es ihnen bis zum folgenden Tage. Als eres zurückholte, lief'das Volk zusammen und opferte Geld und Wachskerzen.Buschmann brachte das Bild nun zu den Kapuzinern, wo es bis zum drit-ten Tage verblieb; da aber auch diese von dem Volke überlaufen wurden,ersuchten sie Buschmann, das Bild an seinen Bestimmungsort zu bringen.Am letzten Mai, einem Samstage, kam der Pfarrer Johannes Schink vonKevelaer nach Geldern, holte das Bild ab und stellte es am folgenden Tagein dem Heiligenhäuschen auf.

Schon an demselben Tage strömten die Andächtigen von allen Seitenherbei und da wunderbare Gebetserhörungen alsbald in großer Zahl statt-fanden, sandte die bischöfliche Behörde von Roermond für den Sommer zweiPriester, welche dem Pfarrer von Kevelaer und den Geistlichen aus derNachbarschaft beim Gottesdienste und Beichthören der vielen Pilger behülf-lich sein sollten. Bald stellte sich die Nothwendigkeit heraus, bei dem Hei-ligenhäuschen eine Kapelle zu bauen, zu welcher im Oktober 1643 derGrundstein gelegt und welche am 20. November 1645 feierlich eingeweihtwurde.

Von da an nahmen die Wallfahrten so zu, daß die bischöfliche Be-hörde es für geeignet erachtete, Ordensleute zur Besorgung der Wallfahrtzu berufen. Es wurden deshalb Oratorianer von Mecheln berufen und fürdieselben eine Wohnung erbaut.

Am 11. Februar 1647 fand durch eine bischöfliche Commission inVenlo eine eingehende Untersuchung über die geschehenen Gebetserhörungenstatt und acht Genesungen wurden für wirkliche Wunder erklärt. Dadurchaber erhielt die Wallfahrt einen noch größeren Ruf. Damit die Pilger nichtden Unbilden des Wetters ausgesetzt seien, wurde um das Heiligenhäuschendie kleine sechseckige Kapelle gebaut.

Im Jahre 1664 wurde das Gnadenbild in einen vergoldeten Rahmeneingefaßt und 17 Jahre später schenkte der Reichsgras Wolfgang von Oet-tingen eine große, mit Figuren verzierte, vergoldete Silberplatte. — DerKurfürst von der Pfalz übersandte in Folge eines Gelübdes am 26. August1693 eine 16 Pfund schwere silberne Lampe und um dieselbe Zeit die StadtDüsseldorf eine silberne mit kostbaren Steinen besetzte Krone.

König Friedrich Wilhelm I. durchreiste im Jahre 1714 die ihm imTraktat von Utrecht zugefallene neue Provinz und kam am 16. Juli vonGeldern aus nach Kevelaer. Der Superior ?. I. Otto von Nespen führteihn überall umher. Gegen das Ende der Unterhaltung wünschte der König