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A. Münzwesen 1350—1499.
Die Münzakten bildeten von jeher eine selbständige Gruppe imstädtischen Archiv. Um das Jahr 1550 wurden sie zum ersten Malevon dem Stadtschreiber Martin Sigel geordnet, wie aus den, deneinzelnen Heften beigelegten Zetteln mit Jahreszahlen und Inhalts-angaben hervorgeht. Als dann gegen 1700 der Archivar Rasor dieim Untergewölbe des Thurmes von Frauenrode vereinigten Archivalienin einem grossen Repertorium verzeichnete, wurden auch die Münz-akten in diese Arbeit eingeschlossen; die neu hinzukommenden Aktenwurden dann von Rasors Nachfolgern bis zum Ende der reichsstädtischenZeit in ungefährer chronologischer Folge an dessen Arbeit angefügt.In jüngster Zeit wurde, wenigstens für die älteste Zeit bis ins 17. Jahr-hundert, diese Ordnung von einem Benutzer der Münzsachen aufgelöstund diese, nach Gold- und Silbermünze getrennt, in einzelne Faszikelgelegt, aber nicht verzeichnet. Die neueste, von Herrn Dr. Froningherrührende Ordnung hat unter Aufhebung der oben erwähnten,verfehlten Ordnung die einzelnen Stücke und Faszikel in ihrem alt-hergebrachten Zustande wiederhergestellt und streng chronologischgeordnet; das Repertorium über diese Ordnung ist auf S. 1—71 diesesBandes abgedruckt. Für die Münzsachen von 1500 ab ist dann RasorsOrdnung einstweilen wiederhergestellt worden, wie sie in seinemVerzeichniss vorlag.
Die 663 Nummern unseres Verzeichnisses bestehen zum aller-grössten Theile aus einzelnen Stücken; nur die Nummern 147, 515und 596 sind Kopialbücher. Das erstere trägt die Aufschrift »Der vierKurfürsten am Ryne gülden und silbern muncze« und erstreckt sichüber die Jahre 1423—29; es ist gleichzeitig niedergeschrieben und zeigtauf der inneren Seite des Umschlages das gemalte Wappen der vierKurfürsten mit dem Reichsadler in gothischer Umrandung; es bestehtaus 39 Blättern, von denen 15 von verschiedenen Schreibern beschriebensind. Nr. 515 trägt auf dem Pergamentumschlag die Aufschrift »Silbernmoncze Anno LH, LV, LXIII«, gibt aber auch mehrere Stücke ausden Jahren 1460—94; von den 38 Blättern des Buches sind 26 vonverschiedenen Händen beschrieben; vier eingelegte Zettel gehörenden Jahren 1487—94 an. Das Kopialbuch Nr. 596 betrifft die 1476und 1477 von den Kurfürsten von Mainz, Trier, Pfalz, dem Herzogvon Jülich und den Städten gegen die Münzverschlechterung getroffenenMassregeln; es besteht aus gleichzeitigen Abschriften von verschiedenenHänden; von den 19 Blättern sind 14 beschrieben.