— 12 —
senen Linie zwar mit Johann Burchards Sohn, Domherrn zu Halberstadt er-loschen*), blüht aKejr noch in einem Zweige, der sich gegen Ende des 16tenJahrhunderts in das Schaueubnrgsche begab, im Hessischen, Mindensehen undBavensbergischen fort. Namentlich wurde unter den Söhnen des im Jahre 1608als Drost zu Stadthagen verstorbenen Hans v. Ditfurth, Ernst Ludwig, Herrzu Dankersen, Stammvater der gesammten, heute noch blühenden Nachkom-men**), die sich bis auf die neuere Zeit, wo wir der Barone mehrere in denRanglisten finden, des freiherrlichen Titels, in Plessen, wenn wir nicht irren,anerkannt, vielfach bedient haben.
13. v. Droste-Vischering und v. Droste-Padberg ( I. A. a.), fernerv. Droste-Sendcn (II. A.).
Schon in der ersten Hälfte des 12ten Jahrhunderts, bis wohin nur wenigFamilien des niederen Adels ihre Genealogie hinaufzuführen vermögen, erblik-ken wir dieses angesehene Geschlecht in dem Besitze des MünsterschenTruchsessen oder Drosten-Amtes, mithin unzweifelhaft als Ministerialen***).Wenn dagegen, allem Anschein nach auf Mittheilungen aus dieser Familie ge-gründet, die Vermuthung ausgesprochen wirdf), dass sie eine jüngere Linieseien des Dynasten-Geschlechtes der v. Lüdinghausen gen. Wulff, mit denendie Drosten, die sich in früherer Zeit auch v. Wulfi'heim nennen, einerlei Wap-pen geführt haben, so beruht dies auf mehr als Einen Irrthum. Denn diev. Lüdinghausen haben nicht allein stets zum niederen Adel gehört, sondernauch im balkenweise getheilten Schilde einen Löwen, also ein ganz anderesWappen geführt. Aus dem Geschlechte der Münsterschen Drosten hat nurBitter Bernhard, offenbar in Rücksicht auf Wulfi'heim, wonach er, wie mehrereseiner Vorfahren, sich nannte ff), einen Wolfskopf im Siegel geführtf-j-f), wäh-rend seine Söhne sich der heute noch üblichen Schildeszeichnung bedienen.Veranlassung zu jener Annahme einer in der That nicht begründeten Stammes-Gemeinschaft mit denen v. Lüdinghausen wird der Umstand gegeben haben,dass das Schloss dieses Namens in der zweiten Hälfte des 13ten und erstenHälfte des 14ten Jahrhunderts in ihrem Besitze war *f); woher sich des BitterBernhards jüngerer. Bruder Albertus miles Dapifer de Ludinchusen nennt. Ebendiese jüngere Geburt wird auch Grund sein, dass Albert statt des Schildchensim Schilde eines Turnierkragens im Wappen sich bedient hat**f). ■— Vondem in mehrere Linien gespaltenen Geschlechte ist nur die Linie zu Vische-ring und zwar in der Person des Heidenreich Droste zu Vischering am 21. Ja-nuar 1670 in den Reichsfreiherrenstand erhoben worden ***+); welcher Stand auf
*) Braimschweigscbe Anzeigen vom Jahre 1751 S. 721, 722.
**) Die zusammenhängendsten Nachrichten in Fabri und H emm ers d orfe rs hist.geographischer Monatsschrift Februar 1788.
***) Fridericus Dapifer Monasteriensis ministerialis 1139 (Kindlinger Münster.Beitr. III. ürk. S. 24).
f) v. Zedlitz Adelslex. I. 445.
•ff) Albertus de Wulfheim, oder auch Albertus Dapifer de Wulfheim 1173 (Kind-linger Samml. merkw. Urk. S. 145, 149), 1175 (Niesert Miinst. Urks. II. 237).
ftt) Urkunden von 1324, 1331 und 1337 in Kindlingers Handschr. 18. Th. S. 47.13. Th. S. 33. Münst. Beitr. III. Urk. S. 359.
*f) Niesert Münst. Urkb. II. 204. Desselben Kloster Marienborn S. 82, 83.
**f) Urkunden von 1271 und 1280 in Kindlinger Münst. Beitr. III. S. 225 unddessen Handschriften 18. Th. S. 45. 44. Th. S. 148.
***f) v. d. Knesebeck Arch. f, Gesch. u. Geneal. I. 7. Pfeffinger vitriar. jurispubl. 1. 772.