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2 (1855)
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bornschen angesessen, auch sonst noch in Westphalen, im Bremenschen, inLiefland und anderwärts begütert, sind nie in den Freiherrenstand erhobenworden. Die Stammtafeln, welche Mushard*), und vollständiger v. Stei-nen**) mittheilt, erwähnen auch nirgends des freiherrlichen Standes dersel-ben; wohl aber taucht die Anwendung des freiherrlichen Prädikates, für michverfolgbar bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts, hier und da hervor***);und so ist in der Bayerschen Adelsmatrikelf) der aus der Grafschaft Markstammende königlich Baversche Kämmerer und Forstmeister zu GünzenhausenFriedrich Wilhelm von der Borch auch unter die Freiherren aufgenommen.

6. v. Böselager (I. B. a,).

Aeltere Nachrichten dieses in den ritterschaftlichen und domkapitula-rischen Wappenbüchern von Osnabrück und Münster vielfach vorkommen-den, in den beiden Hochstiften und auch in anderen Theilen Westpha-lens reich begüterten Geschlechtes fehlen sehr: denn die Freiherren vonBöslare oder Boetzelaerff) sind, so wie die von Boshagen durchaus nicht,wie wohl geschehen ist, mit ihnen zu verwechseln-j-j--]-). Die ältere Formdes Namens der hier in Rede stehenden Familie ist übrigens Bosla-

*) Bremen-Verdenscher Rittersaal S. 117—129.

**) Westphälische Geschichte III. 615—631.

***) v. Steinen Westph. Gesch. II. 579, wiewohl nur an dieser einen Stelle. ErnstAugust Frh. v. d. Borg Churhannöverseher General-Major | 28. Nov. 1752. (v. Uech-tritz. diptom. Nachr. I. 67). Haymanns Staats- und Reise-Geographie VIII. 211 zähltbereits ausdrücklich die von der Borg zu den freiherrlichen Familien Westphalens.

|) Ritter v. Lang Adelsbuch des Königreichs Bayern S. 104.

•ff) Der Stammsitz dieses angesehenen, in der Cleveschen Linie den 11. Juni 1677erloschenen, in den Niederlanden vielleicht noch fortblühenden Geschlechtes, welches dasClevesche Erbsebenkenamt bekleidete und sich im 13. Jahrhundert zuweilen des sonstnur dem höheren Adel zustehenden Prädikates nobilis bediente, ist das unfern Calcargelegene Schloss Boetzelaer. Das Wappen findet man bei Siebmacher I. 191 und V.Anh. 31 mitgetheilt. Zum Beweise des Gebrauches jenes höheren Adelsprädikates setzenwir aus Kindlingers Handschriften III. No. 72 eine bis dahin angedeutete Urkundevom Jahre 1255 her: Ego Wesselns nobilis de Böslare et nati mei Rofgerus etWesselns notum faeimus omnibus presens scriptum inspecturis, quod venditionem curtisIlavechorst, quam vendidit Hermannus miles de Reghede et sui heredes omnibus attinen-tiis ratam habemus et tenebimus inconvulsam et hoc tenore presentium protestamur. Da-tum anno Domini MCCL. sexto prima Dominica post octavas Apostolorum Petri etPauli. — Nach dem Ilause Botzlar hei Lüdinghausen nannte sich ein anderes, bereitsbei denen v. Ascheberg erwähntes Geschlecht, welches jedoch zu dem Stamme der v. Mein-hövel gehörte, wie Siegel und Urkunden beweisen. So finden wir Fredericus juvenis deBozlare 1254 (Kindlinger Gesch. v. Volmestoin II. 154), Fredericus de Böslare miles1254 (v. Steinen IV. 659), Fredericus de Boschlare et Rudolfus filius suus 1256 (Kind-linger Volmest. II. 158) und dieselben in einer anderen Urkunde des nämlichen Jahres:Fredericus de Menhuvele et Rudolfus filius suus (Kindlinger Handschr. 44. Th. S. 54,55) genannt. Im Jahre 1270 führt eben dieser letzterwähnte Rudolf an einer Urkunde,worin er sich Rudolphus de beneplacito Dei miles de Bozlar nennt, das MeinhövelscheSiegel und zwar mit der Umschrift: ... de Menhovele (ibd. 44. Th. S. 166).

•flf) Die Abdrücke der Stiftungsurkunde des Klosters Clarholz von 1134 führen heiSchaten, Jung (Bentheimsehe Gesch. p. 65) und Niesert (Miinstersche Urkundens. V.8) als Zeugen Herman de Bosenlage und seine 4 Söhne Gerhard, Thietmar, Dietrich undHeinrich auf. Sandhof (antist. Osnabr. I. 103) wollte darin Vorfahren der Familie v. Bö-selager erkennen. Der bessere, von Kindlinger herrührende Abdruck in KleinsorgsKirchengesch. II. 28 hat dagegen de Bosenhagen; damit stimmt überein, dass im Jahre1135 Hermann de Bosenhagen (Job. v. Berswordt adl. Westph. Stammbuch S. 396)