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1 (1924)
Seite
573
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SCHILLER

Freunde, die er zur Mitarbeit an den „Hören" einlud, nnd er;achteteauch streng darauf, daß das unpolitische Programm seines Blattes ein-gehalten wurde. Als Goethe ihm für das erste Heft die^Unterhal-tungen deutscher Ausgewanderter" oder vielmehr den ff^ <£»lieferte, gab ihm Schiller mit Rücksicht auf d.e in der Ankündigungversprochene „Keuschheit in politischen Urtheilen" sofort zu bedenk«,ob nicht an den Äußerungen, die Goethe dem Gehe.mrat ,n den Mundlege, „eine Parthey des Publicums, und nicht d.e ^J^^zMreiche", vielleicht Anstoß nehmen würde, wenn auch hier nicht derAutor selbst, sondern der „Interlocutor" spreche; man müsse Sienmehr „vor dem was scheint" in Acht nehmen als vor dem „»««*■Goethe versprach darauf, er wolle den Prolog noch einmal durchgehen,„dem Geheime Rat und Louisen Sourdinen auflegen und Karinjielleicht noch eine Forte geben, so wird's ja wohl ^Gleiche kommenAuch in sittlicher Hinsicht übte er die peinlichste Zensur Daher vesetzten ihn Goethes „Römische Elegien" in die größte Verkgenhedie zweite und sechzehnte wünschte er gekürzt. Aber Goethe wo Utedavon nichts wissen, da ihr „zerstümmeltes Ansehen" erst rech auf-fallend sein werde, und statt der „anstößigen Stellen etwasiWhinein zu restauriren", dazu fühlte er sich nicht aufgelegt. Daherbkubnichts übrig, als beide ganz wegzulassen, und Schiller brachte derSchamhafte* dieses Opfer". „Von Goethes Elegien sind dj.de*.sten weggelassen worden, um die Decenz nicht zu sehr zu beledigen ,schrieb er am 20. Juli an Körner, und bei dem Herzog von Augusten-burg glaubte er die Aufnahme sogar der übrigen mit ihrer „hohenpoetischen Schönheit" entschuldigen zu müssen; es sei «rar „eine con-ventioneile, aber nicht die wahre und natürliche Decenz dadurch ver-letzt". Bei dieser Vorsicht scheint denn auch ein Verbot in Österreichdas Herausgeber und Verleger im Anfang trotzdem befürchteten, nicht

erfolgt zu sein. ..; . . . •.__

Diese Keuschheit in politischen Dingen gaben übrigens die beidenOlympier auf, als sie i 79 6 zusammen die „Xemen schrieben «he.1»„Schillers Musenalmanach für i 7 97" erschienen und in Wien in Sach-sen und Hannover verboten wurden. Schon der vorige Jahrgang warin Wien mit Beschlag belegt worden, und zwar wegen Goethes V e-netianischer Epigramme". Der Xenien-Almanach enthielt aber sogaeine Reihe politischer Epigramme; „da wir doch zuverlässig an denunsicher« Orten confiscirt werden, so sähe ich nicht ein, wann, wes nicht auch von dieser Seite verdienen wollten," erklarte Schillerdie beiden Dichter forderten sogar das Verbot heraus durch dasEpigramm:

V i s i t a t o r.

Öffnet die Coffers. Ihr habt doch nichts contrebandes geladen?Gegen die Kirche? den Staat? Nichts von französischem Gut?