SCHILLER
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tiker Schmidt, der ein Lustspiel unter demselben Titel eingereicht hatte,er werde das Stück ohne völlige Änderung des Inhalts schwerlich gebenkönnen, denn in Wien sei nicht einmal erlaubt, Schillers „TeüungderErde" öffentlich zu deklamieren! - Das jüngste Verbot eines Schiller-schen Gedichtes, seines „Venuswagens" (Berlin, bei Fritz Gurhtt. 1920)sei hier nur registriert; es galt nicht so sehr dem Text, als den ihnbegleitenden Bildern von Lovis Corinth.
Von Schillers Prosaschriften wurde der „Geisterseher" 179° in Oster-reich verboten, was bei seiner gegen die katholische Propaganda ge-richteten Tendenz nicht überraschen kann. Die Nachricht wurde inWeimar durch die Jenaische „Allgemeine Literatur-Zeitung" bekannt,die in regelmäßigen Listen, wie Erich Schmidt sagt, die „Hekatombender Wiener Rücherzensur unter dem strengen Kaiser Leopold zu ver-zeichnen pflegte. Als der Roman 17S9 in der „Thalia" erschien, fürch-tete Schiller auch dort Auseinandersetzungen mit der Zensur; er batdaher seinen Verleger Göschen mehrfach, in Rudolstadt, Jena oderWeimar drucken zu lassen, da ihn die Leipziger Zensur „in mehrernPunkten gewaltig einschränke". - Als die „Geschichte des Abfalls derNiederlande" bei Crusius in Leipzig gedruckt wurde, beschwerte sichSchiller am i 7 . April 1788, der Zensor habe „ein ganzes Komma weg-gestrichen ohne ihn zu benachrichtigen, daß er es durch ein anderesersetzen konnte; was jetzt dastehe, sei „ganz ohne Verstand und Sinn .Er verlangte, daß dieser „eigenmächtige Eingriff der Zensur" durcheinen Neudruck des betreffenden Blattes beseitigt werde. Auch beiErscheinen der „Geschichte des dreißigjährigen Kriegs" in Goschens„Historischem Kalender auf 1791" kam es zu Zensurscherereien, undSchiller drohte gar, öffentlich dagegen zu protestieren. Am 26. Juli1790 schrieb er an den Verleger: „Es sind mir in den bisherigen Aus-hängebogen Stellen aufgestoßen, die der Censor (ich will nicht hoffender Corrector) geändert hat. Ich muß gestehen, daß ich darauf rech-nete Sie würden diese Geschichte der Censur entziehen können, denneine Geschichte des 30jährigen Kriegs muß schlechterdings mit Frei-heit geschrieben werden; besonders da der Chursächsische Hof nichtviel Ehre dabey einlegt. Mit den bisherigen Änderungen und der Billig-keit meines Censors bin ich sehr wohl zufrieden, aber ich muß gegenjede Änderung, welche diese Grenze überschreitet, protestiren. Wirdmir eine Hauptsache alterirt oder kommt etwas fremdes hinein, so mußich öffentlich meine Sache verteidigen, denn über m 1 c h urtheilt dasPublicum, weil mein Name vor dem Buche steht." Zu weiteren Aus-einandersetzungen scheint es dann nicht gekommen zu sein. In Oster-reich hatte man gegen dies Werk Schillers jedenfalls dieselben Beden-ken wie gegen seinen „Wallenstein", doch hat sich ein Verbot bisher
nicht nachweisen lassen.
In Sachsen-Weimar selbst waltete die Zensur mit größter Milde, auch