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er taufte das 7. Heft um, nannte es „Studien", ließ es angeblich „aufKosten des Herausgebers" bei K. F. Amelang in Berlin drucken, undder Zensor Hauchecorne ließ diese „Studien" passieren, nachdem ernur eine Umstellung einzelner Beiträge angeordnet hatte. (Vgl. Hagen,„Schenkendorfs Leben" 1863. S. 75 ff.; Czygan im „Euphorion", Bd. 13und 19 und in den „Forschungen z. brand. u. preuß. Geschichte",Bd. 21.) — Daß Schenkendorfs vaterländische Lieder 1833 von einemGöttinger Zensor verboten wurden, ist oben unter Körner mitgeteilt.
v. SCHILLER, FRIEDRICH (1759—1805).
Bekannt ist, wie der junge Schiller als Regimentsmedikus auf derKarlsschule in Stuttgart seine „Räuber" schrieb, und der IntendantHeribert v. Dalberg, der in Mannheim ein deutsches „National-theater" ins Leben gerufen hatte, das Erstlingswerk des Dichters am13. Januar 1782 zur Aufführung brachte. So freimütig und vorurteils-los, wie diese Initiative erwarten läßt, war aber Dalberg keineswegs;vielmehr mußte Schiller mit Rücksicht auf den kurfürstlichen Hof seinStück einer strengen Zensur unterwerfen und sich selbst zu einer Um-arbeitung bereitfinden, die als die Mannheimer Theaterbearbeitung der„Räuber" auch im Druck erschien. In dem Erstdruck der Original-fassung hatte Schiller schon selbst die Stelle entfernt, in der KarlMoor seine Vorliebe für den revolutionären Satan Miltons ausspricht.In der Theaterbearbeitung hatte er die Szenenfolge vereinfacht undmit Rücksicht auf den zu erwartenden „Unverstand der Galerie" vielesgestrichen; des katholischen Hofes wegen mußte der die Räuber zurÜbergabe auffordernde Pater in eine Magistratsperson verwandeltwerden und Pastor Moser ganz fortfallen; in den Räuberszenen selbstwurde vieles gekürzt und gemildert, besonders die „räsonnierenden"Monologe Karls; sogar das Räuberlied mußte fortbleiben. Die stärksteUmgestaltung hatte der Schluß zu erleiden: Franz Moor erhängt sichnicht mehr an der bekannten Hutschnur, sondern wird von den Räu-bern gefangen; sie halten über ihn Gericht, werfen ihn in den Turm,in dem der alte Vater hat umkommen sollen, und reinigen sich da-durch gewissermaßen von ihrer eigenen Schuld. — Auf Dalbergs Ver-langen mußte Amalie sich selbst töten, statt von ihrem Geliebten KarlMoor als echte Räuberbraut erstochen zu werden, eine Änderung, dieSchiller aber bei aller Nachgiebigkeit gegen Dalberg in der Druck-ausgabe der Bearbeitung nicht beibehielt. Außerdem wurde die ganzeHandlung aus der Zeit des Siebenjährigen Krieges in die des EwigenLandfriedens, also nach 1495, verlegt, die „Räuber" mußten dement-sprechend im Ritter-, statt im Rokokokostüm gespielt und alle zeit-geschichtlichen und politischen Anspielungen diesem veränderten Mi-lieu angepaßt werden. Statt der für die Sturm- und Drangzeit so be-zeichnenden Tirade: „Das Gesetz hat noch keinen großen Mann ge-
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