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. Eine andere Äußerung über Friedrich den Großen zog schließlichdem Historiker die heftigste Ungnade des jungen Königs, FriedrichWilhelms IV., zu. Er hielt am 28. Januar 1847 in der Akademie derWissenschaften eine Festrede auf den großen Ahnherrn, deren Inhaltund vielleicht taktlose Aufnahme bei etlichen Zuhörern den anwesendenKönig so empörte, daß er beim Hinausgehen sagte: „Über Dinge, diezum Weinen wären, muß man lachen hören." Er verlangte sogar inZukunft eine vorherige Prüfung solcher öffentlichen Akademieredendurch einen besonderen Ausschuß. Da Raumer bei seinen Kollegenkeinen kräftigen Rückhalt fand, im Gegenteil (vgl. Treitschke V, 356I),legte er seine Stelle als Mitglied und Sekretär der Akademie nieder,die ,fiede zur Gedächtnisfeier König Friedrichs II." aber ließ er gleich-wohl bei seinem Leipziger Verleger noch im selben Jahre erscheinen.(Akten des Preuß. Geh. Staatsarchivs Rep. 77 II Spec. H n; Rep. 77VI R 81; Rep. 89 C XV II und XLIV 14; Ausw. Amt Rep. 18 IX 52.— Diese Akten konnten infolge der Schließung des Staatsarchivs ab4. Juni nur unvollständig benutzt werden.)
v. SCHENKENDORF, MAX (1783—1817).
In Königsberg in Ostpreußen erschien am 1. Juni 1807 eine neuevaterländische Zeitschrift für Freunde der Wissenschaft und Kunst,die sich nach einem neuentdeckten Planeten „Vesta" nannte; der jungeRegierungsreferendar und Dichter Max v. Schenkendorf, neben Körnerder volkstümlichste Sänger der Freiheitskriege, gab sie gemeinsam mitseinem Freunde Ferd. v. Schröter heraus. Die mutvolle Stimmungnach der Schlacht bei Eylau (8. Febr. 1807) hatte die Gründung ver-anlaßt ; ihr Ertrag sollte armen Lazarettkranken zugute kommen. Un-bekümmert durch die Anwesenheit der Franzosen in Königsberg hatteman die ersten Hefte verbreitet. Das 6. Heft (November) aber brachte„Aphorismen", die im besetzten Berlin Anstoß erregten. Der Kuratorder Königsberger Universität Nicolovius gab daher dem akademischenSenat als der zuständigen Zensurbehörde die Weisung, den Zensorenmehr Aufmerksamkeit und Vorsicht zu empfehlen. Unterdes war aberschon ein Verbot durch Napoleon selbst aus Mailand beim KönigFriedrich Wilhelm III., der sich damals in Memel aufhielt, ein-getroffen, und dieser befahl am 1. Dezember, das Erscheinen der Zeit-schrift ganz einzustellen. Die Herausgeber dachten nun besser zufahren, wenn sie das Blatt nach Berlin unmittelbar unter die dortigeZensur verlegten, die der Prediger an der französischen Kirche,Hauchecorne, ganz im Sinne der französischen Besatzungsarmee aus-übte. Der Verlag G. Reimer verstand sich auch zur Herausgabe einessiebenten Heftes und zu einer zweiten Auflage der sechs andern. Nun-mehr aber verbot ihm der Polizeipräsident Büsching den Druck desBlattes bei 100 Taler Strafe. Schenkendorf ließ sich nicht abschrecken: