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stätigte. In den Ministerien legte man für den Professor ein Akten-stück unter den „Politisch Verdächtigen" an. Als der König dannseinen Irrtum einsehen mußte, beauftragte er Raumer mit einer amt-lichen Darstellung der Verhältnisse Preußens zu Polen in den Jahren1830—1832, denn das Publikum werde ihm, als einem unparteiischen,aufrichtigen Manne Glauben schenken. Als der Minister des Aus-wärtigen, Ancillon, davon hörte, schrieb er dem Gelehrten: er würdedabei Gelegenheit haben, den Übeln Eindruck seiner ersten Schriftüber Polen zu verwischen, Irrtümer zu berichtigen usw. Raumer batden Minister, ihm gefälligst Irrtümer nachzuweisen und ihm un-bekannte glaubhafte Quellen vorzulegen. Darauf schwieg sich derMinister aus! („Lebenserinnerungen". II, 117.) Über diese SchriftRaumers, die er im Auftrag des Königs abfaßte, plaudert Heine in derVorrede zu seinen „Französischen Zuständen" (1832); der hier und inzahlreichen späteren Gedichten Heines zum Ausdruck kommende Haßdes Dichters gegen den Historiker ist bisher nicht erklärlich; er mußdie beiden Raumers verwechselt haben. (Vgl. L. Geiger, „Das jungeDeutschland und die preußische Censur". 1900. S. i6f.) Ludwig Börnewar ebenso „geladen" gegen Raumer, bloß weil dieser dem verhaßtenOberzensurkollegium angehört hatte (vgl. „Briefe aus Paris". 4. Jan.und 9. Febr. 1832) ; später allerdings noch besonders wegen seiner anti-semitischen Allüren (s. „Menzel, der Franzosenfresser". S. 91 ff.).Wie recht Raumer mit dem hatte, was er in seinem Entlassungs-gesuch an das Oberzensurkollegium über dessen gründlich falsche,Preußen nur diskreditierende Wirtschaft sagte, sollte er bald nachheram eigenen Leibe noch erfahren. In seinem Buche „Friedrich II. undseine Zeit" (Leipzig. 1836) hatte er aus englichen Gesandtschafts-berichten folgende Anekdote von Friedrich dem Großen mitgeteilt:„Der englische Gesandte forderte einmal von dem preußischen Minister«ine Erklärung über etwas, das ihm der König gesagt habe. ,Wenn-eher', fragte Herr v. Podewils, ,hat der König es gesagt?' — ,Gestern,nach Tische.' — ,Über das was man nach Tische spricht, giut mankeine Erklärung'." Dem alten Fritz hatte diese gewandte Ablehnungsehr gefallen; aber 1836 sollte der Geschichtschreiber durch Mitteilungdieser Anekdote den großen König — als einen Trunkenbold dar-gestellt haben! Es wurde daher verboten, das Raumersche Buch in denpreußischen Zeitungen anzuzeigen. Als nun ein Jahr später die offi-zielle „Preußische Staatszeitung" aus Raumers Werk einen Irrtumeines französischen Journals berichtigen wollte, strich der Zensor dasZitat: da dieses Buch einmal in Verruf geraten sei, könne seine Er-wähnung übel vermerkt werden. „Besser eine französische Falsch-heit", schrieb Raumer am 16. März 1837 an seinen Freund Keßler, „alsdie Wahrheit durch einen Paria, wie ich, zu Tage gebracht." (S.Raumers „Literarischer Nachlaß". Berlin. 1869. II, 174.)
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