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mißbillige." In einer besonderen Nachschrift an den Vorsitzenden desKollegiums, der noch dazu sein Onkel war, den Geh. Rat Karl Georgv. Raumer, fügte er hinzu, er könne nicht anders, obgleich er wisse,daß sein Stoßseufzer so wenig Wirkung tun werde, „als wenn derHund den Mond anbelle". Daraufhin erhielt denn Raumer seine Ent-lassung, aber erst am 21. Juli 1833, und sein mannhaftes Auftretenwurde in der Königlichen Kabinettsorder aufs schärfste mißbilligt. Zu-erst hatte man eine weitläufige Untersuchung gegen ihn geplant undauch schon begonnen, wobei sein Kollege im Oberzensurkollegium,Geh. Rat Tzschoppe, die treibende Kraft war, denn sein Protest warnebst dem famosen Brief an den Onkel in der „Stuttgarter Zeitung''erschienen und hatte wie eine Bombe eingeschlagen. Raumer konnteaber nachweisen, daß diese Indiskretion nicht seine Schuld war; demBuchhändler Reimer hatte er, als einem vertrauten Freunde, eine Ab-schrift der Schriftstücke gestattet; dessen Neffe und BuchhalterSchönrock hatte sie nach Stuttgart weitergegeben. (Vgl. Raumers„Lebenserinnerungen". II, 115. 356ff. und das Stuttgarter „Morgen-blatt" 1831. Nr. 301/302.)
Wie die preußischen Zensurbehörden, als jene Untersuchung schwebte,über Raumer dachten, erhellt aus einem fünfzehnseitigen Aktenstückvom 26. August 1832, das Geh. Rat Tzschoppe eigenhändig aufsetzte;er versucht darin den Nachweis, Raumer verteidige in seinen „Briefenaus Paris und Frankreich" (zwei Bände 1830/31) die Revolution undgefalle sich in „unangemessenen Bemerkungen" über Preußen; er ver-weist im besondern auf die Seiten 183, 195, 202, 215 und 306 des zweitenBandes, aus denen er eine Blütenlese zusammenstellt, die den wider-borstigen Universitätslehrer unmöglich machen sollte. Unter preu-ßischer Zensur, erklärt er, würde dies Buch nie das unbedingte Im-primatur erhalten haben, wohl aber in Altenburg, wo der VerlegerBrockhaus es vorsichtigerweise habe drucken lassen.
Unterdes hatte Raumer bereits wieder einen neuen Konflikt herauf-beschworen durch einen Aufsatz „Polens Untergang", der zuerst indem von ihm begründeten „Historischen Taschenbuch" (3. Jahrgang,1832) stand und dann als Sonderdruck erschien (Leipzig: F. A. Brock-haus. 1832), da er ungewöhnliches Aufsehen erregte. Die polnischeRevolution von 1830 war niedergeschlagen, und Raumer hatte nichtetwa den Freiheitskampf der Polen verherrlicht, sondern nur einehistorische Skizze der Tatsachen gegeben, wobei er allerdings durcheine Äußerung in der Vorrede — er könne dem Erfolge, der Not-wendigkeit, dem Zufall nicht unbedingte Ehrfurcht erweisen — seinepersönliche, von der offiziellen abweichende Auffassung andeutete.Mißgünstige Zuträger stellten dem Könige, noch ehe er die Schriftgelesen hatte, deren Tendenz in einem so Übeln Lichte dar, daß dieserdie abermalige Wahl Raumers zum Rektor der Universität nicht be-