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1 (1924)
Seite
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ersten Bücher, und Ende 1832 wurde ihm die Redaktion der „Zeitungfür die elegante Welt" angetragen, die er mit ebensoviel Geschick wieTemperament in kurzem zu einem führenden Organ der jungen Lite-ratur erhob. Aber ehe es so weit war, streckte schon die preußischePolizei ihre Fangarme nach ihm aus. Am 3. Dezember 1832 bereitsmeldete der Regierungspräsident in Merseburg, v. Rochow, der balddarauf preußischer Minister des Innern und der Polizei wurde, seinemVorgänger auf diesem Ministerposten, v. Brenn, daß u. a. der Schrift-steller Laube in Leipzig als Erfinder von für Preußen ungünstigenNachrichten zu betrachten sei; ob man ihn nicht durch Erinnerung anseine Militärpflicht in seine schlesische Heimat zurückbugsieren könne,wo er „jedenfalls nicht so viel Übles anrichten könne, als in einemsolchen Foyer wie Leipzig". Das preußische Ministerium ließ sichdas gesagt sein; aber der Versuch mißlang, denn Laube erwies sichals militärfrei wegen Kurzsichtigkeit. Worin die so gefährlichen Nach-richten bestanden, bleibt in den Akten unaufgeklärt; vielleicht handeltees sich schon um seine ersten Bücher, die sich damals im Druck be-fanden und aus denen vielleicht dies und jenes vorher in Zeitungenerschienen ist. Eine gewisse Großzügigkeit läßt sich dem jugendlichenSchaffen Laubes nicht absprechen; schon am 1. Februar 1832 hatte erdem Verlag Cotta nichts weniger als eine „Bildungsgeschichte derMenschheit" angeboten, und so wenig auch seine Kenntnisse dafürreichen mochten, der Aufriß hatte Hand und Fuß. Auch in Leipzigbegann er nicht etwa mit einem bescheidenen Bändchen Lyrik oder demDruck eines seiner Jugenddramen, sondern gleich mit einem Serienwerk„Das neue Jahrhundert". Der erste Teil hieß „Polen", gab eine Über-sicht der Geschichte dieses Landes auf dem Hintergrund des letztenpolnischen Befreiungskampfes gegen Rußland und erschien im De-zember 1832; der zweite Teil brachte allgemeine „Politische Briefe",die im Frühjahr 1833 herauskamen. Band 1 verlegte angeblich Fr. Kornin Fürth, während für Band 2 das Literarische Museum in Leipzig alsVerlag firmierte. Besitzer dieses Museums war der junge Ph. Reclam,der auch beim ersten Bande des „Neuen Jahrhunderts" Pate stand,aber mit Rücksicht auf ein mögliches Verbot und dessen Folgen densüddeutschen Geschäftsfreund vorgeschoben hatte. Schon im Januar1833 lag „Polen" dem preußischen Oberzensurkollegium vor und dessenUrteil vom 27. lautete: das Buch sei mit einer „seltenen Frechheit"abgefaßt und enthalte die „gröbsten Verunglimpfungen der Preußischenund Russischen Regierung". Als Belegstellen über Rußland dientendie Seiten 7. 169. 181. 182 und 249, über Preußen S. 162. 170 und 173;außerdem wurde auf Ausfälle gegen den Adel Schlesiens (S. 83 und114) hingewiesen. Obendrein befinde sich auf dem Umschlag desBandes eine in verunglimpfenden Ausdrücken abgefaßte Ankündigungeines schon verbotenen Buches „Chronique scandaleuse des Peters-