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1 (1924)
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LAUBE 47 o

Revolutionsgeschichte von —■ S. Domingo genommen war! Von Re-volution, gleichviel wo, jenseits des Weltmeers oder auf dem Monde,sollten die Wiener Theaterbesucher durchaus nichts zu hören be-kommen. Sagte doch schon das Muster aller österreichischen Zen-soren, Hägelin, in seiner grundlegenden Denkschrift von 1795, daßselbst „Empörungen von Negersklaven gegen ihre Aufseher nicht aufsTheater gebracht" werden dürften. Da aber selbst Graf Metternich,damals noch erst „Minister der auswärtigen Geschäfte", nichts Be-denkliches an dem RRRRRevolutionsschauspiel Körners fand, durftees schließlich doch am 17. April 1812 auf der Burg in Szene gehen. —Auch gegen des Dichters noch heute volkstümlichstes Drama „Zriny"erhob Herr v. Hager am 19. August 1812 Einspruch, da „die Ungarnin Beziehung auf ihren damaligen König, den Kaiser Maximilian, aufeine Weise dargestellt würden, die bei den gegenwärtigen Verhält-nissen Deutungen und unangenehmen Eindruck erregen dürfte". Nacheinigen „durch die besonderen Zeitverhältnisse nötig gewordenen Ab-änderungen" gab aber wiederum Metternich am 25. August das Werkfrei. Am 30. Dezember wurde es im Theater an der Wien aufgeführt.(Vgl. Grillparzer-Jahrbuch XXV, 145L 30off.)

LAUBE, HEINRICH (1806—1884).

Ehe noch das Schreckenswort „Junges Deutschland" die deutschenRegierungen alarmierte, stand Heinrich Laube bereits auf der Pro-skriptionsliste der preußischen Polizei. Als armer Teufel, Sohn einesMaurermeisters in Sprottau, hatte er Theologie studiert, ohne sichnach den in Halle und Breslau verbrachten vorschriftsmäßigenSemestern zum Examen aufschwingen zu können. Als alter Burschwar er drauf und dran zu verbummeln, da lockte ihn die Literatur vondiesem abschüssigen Wege fort. Mit einer Studentenzeitschrift „Au-rora" hatte er 1829 in Breslau als Schriftsteller und Redakteur de-bütiert ; nur ein halbes Jahr dauerte der Spaß; gleichzeitig versuchteer sich als Dramatiker mit Possen und Trauerspielen, und so schneller die Bühne der schlesischen Hauptstadt eroberte, ebenso schnell ver-schwand er wieder von ihrer Bildfläche; sein Trauerspiel „GustavAdolf" brachte es mit Mühe und Not zu drei Darstellungen. Nachdiesen immerhin ermutigenden Anfängen hatte sich Laube in beschau-liche Einsamkeit zurückgezogen, um sich durch Studien auf seineSchriftstellerlaufbahn vorzubereiten; zwei Jahre hatte er als Haus-lehrer ausgehalten, dann entschloß er sich mit der ihm eigenen Plötz-lichkeit, ins Blaue hinein nach Paris zu gehen, um dort den St. Simonis-mus zu studieren, dessen Lehre wie ein neues Evangelium von ihmund andern Zeitgenossen empfunden wurde. Er war aber nur bis Leip-zig gekommen und hier hängen geblieben. Hier machte er als Theater-kritiker zunächst Aufsehen, fand in Ph. Reclam den Verleger seiner