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hatten zunächst kein besseres Ergebnis. 1822 schrieb Robert für dasStuttgarter „Morgenblatt" einen großen Aufsatz, worin er einenKavallerieleutnant die Gründe entwickeln läßt, die gegen die Auffüh-rung sprächen. Zweifellos gibt Robert damit die Ansicht der BerlinerZensurbehörde wieder. „In einem militärischen Staate wie Preußen,"heißt es da, „ist es erstlich ganz unmöglich, einen Offizier auf dasTheater zu bringen, der so wenig point d'honneur im Leibe hat, daß erum sein bißchen Leben bettelt, das würde unseren ganzen Staat ridi-külisieren, und das geht nicht. Zweitens aber ist die ganze Sache nichtwahr; der Prinz von Homburg war ein sehr tapferer Herr und istdafür berühmt in der Geschichte. Drittens soll eigentlich gar keinVorfahre von Hohen Häusern [das Haus Hessen-Homburg war mitdem Hause Hohenzollern verwandt] auf dem Theater erscheinen, amallerwenigsten aber, wenn ihn der Dichter so verächtlich darstellt.Das hieße wahrhaftig wenig Ehrfurcht haben vor den hohen Anver-wandten des berühmten Helden, wenn man verlangen wollte, daß siedergleichen ruhig aus der Loge mitansehen sollten." (Vgl. Rahmer,a. a. O., S. 3i6ff.)
In diesen Sätzen ist alles gesagt, was die Theaterzensur gegen den„Prinzen von Homburg" einwenden konnte, und an dieser Auffassunghielt sie auch eigensinnig fest. Ohne Nachgiebigkeit war also nichtsauszurichten, und Robert ging schließlich daran, in einer Bearbeitungdas am meisten Anstößige zu beseitigen. Gleich die ersten vier Auf-tritte im Park, wo der Prinz nachtwandelt, Natalie ihm den Lorbeer-kranz zeigt und den Handschuh fallen läßt, wurden gestrichen unddurch eine spätere Erzählung ersetzt, da sie ja als Motivierung derZerstreutheit des Helden bei der Befehlsausgabe in den folgendenSzenen des 1. Aktes unentbehrlich sind, und in der Todesfurchtszenewußte sich auch Robert nicht anders zu helfen als seine Vorgänger :nicht der Tod, sondern nur die Art des Todes, die schmachvolle Hin-richtung, bringt den Helden zur Verzweiflung.
In dieser Gestalt durfte der „Prinz von Homburg" am 26. Juli 1828endlich in Berlin gegeben werden, erlebte aber nur drei Aufführungen,die in Abwesenheit des Hofes stattfanden (nach Varnhagens Tage-büchern vom 12. Sept. 1828; vgl. auch Devrient, „Geschichte derDeutschen Schauspielkunst". III, 20. IV, 231). Nach der Rückkehrdes Königs wurde das Stück wieder vom Spielplan abgesetzt und unterFriedrich Wilhelm III. sowie unter seinem Nachfolger nicht mehraufgenommen. Infolgedessen spielte es in der Theatergeschichte dernächsten vierzig Jahre so gut wie keine Rolle. Immermann allein er-zielte bei seinen Mustervorstellungen in Düsseldorf eine große Wirkungdamit. Aber auch er hatte die Todesfurchtszene wenigstens etwasgemildert durch Fortlassung der drei Verse, in denen der Prinz dieschmachvolle Entlassung an Stelle des Todes fordert (s. Fellner, „Ge-
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