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1 (1924)
Seite
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ihrer Wahlverwandten, dermaßen verstümmelt worden", daß er dieAutorschaft ablehnen müsse. Campe antwortete entsprechend undschob die Schuld auf die sächsische Zensur. Heine replizierte mitseinem offenen Brief an den Verleger, „Schriftstellernöten", und da erseine Worte so zweideutig stellte, daß sich auch Gutzkow, der an derRedaktion des „Jahrbuchs" am stärksten beteiligt war, getroffen fühlenkonnte, so entwickelte sich ein solenner Skandal. (Das Gewirr derErklärungen hin und her, ihre Motive usw. habe ich in meinem Buche.Jungdeutscher Sturm und Drang" ausführlich dargelegt.) WieweitHeines Empörung berechtigt war, läßt sich nicht nachprüfen, denn dieHandschrift des „Schwabenspiegels" ist verschollen, obgleich Heinesie 1852 noch besaß (an Campe 22. März). Nur in Gutzkows Antwort„Herr Heine und sein Schwabenspiegel" („Telegraph" Nr. 75 f., Mai: °39) findet sich eine Andeutung über die in Grimma verübten Zensur-striche: „Da waren mehre Hofräthe in Dresden bedeutend touchirt,die evangelische Kirchen-Zeitung bekam, glaub' ich, einen Eselsordenund die literarische Stellung Wolfgang Menzels hatte Herr Heine be-sonders dadurch zu untergraben gedacht, daß er eine lange Geschichtev °n dem Isabellfarbenen Hemde der Frau Dr. Menzel erzählte. Allediese geistreichen und eines Lieblings der Nation so würdigen Para-doxen hatte die unerbittliche Scheere der Censur weggeschnitten."Heine hatte offenbar die saftigsten Stellen aus der 1832 unterdrückten„Vorrede zur Vorrede" der „Französischen Zustände" in den „Schwa-benspiegel" verarbeitet und, was er dort noch zweifelhaft gelassen,hier durch direkte Nennung des Namens Menzel mit der wünschens-werten Deutlichkeit aufgehellt, so daß die famose, wenn auch sehranrüchige Anekdote von dem isabellfarbenen Hemde der Ehefrau einesseiner „abderitischen" Gegner keiner weiteren Auslegung mehr bedarf.Auch das, was der sächsische Zensor stehen gelassen hatte, war immernoch stark genug, um die Zulassung des „Jahrbuchs" in Preußen un-möglich zu machen. In Vertretung Johns hatte der Kammergerichts-referendar Grano jun. am 13. November 1839 ein Gutachten über dasBuch zu erstatten. Heine habe, meinte er, wohl selbst schon diebitterste Reue über diesen Aufsatz empfunden und gebe einen Teilseines Ruhms darum, wenn er ihn zurücknehmen könnte. „Er be-reichert allein die Literatur der Schmähschriften und ermangelt sogarjener höhern Weihe des Genius, die, abgesehen von seinen Gesinnun-gen, die meisten Schriften Heines über die gewöhnlichen Erscheinungender Tagesliteratur erhob . . . Eine so niedrige Gesinnung, welche auchdie Gemeinheit zu ihren Waffen zählt, muß ihm die treuesten Anhängerentfremden, und insofern dürfte die Verbreitung dieses Aufsatzes wün-schenswerter sein als dessen Unterdrückung, für welche übrigens auchsonst keine Gründe sprechen." Da aber das „Jahrbuch" auch wegenseiner übrigen Beiträge, besonders des Gutzkowschen, „allerdings be-