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nachträgliche erneute Prüfung, ob 'denn auch etwaige Änderungen wirk-lich gemacht oder nicht etwa ein ganz anderer Text als der vorgelegtegedruckt worden, wäre es doch nicht abgegangen. Daher wurden solcheZumutungen stets abgewiesen. Daß man bei Heine keine Ausnahmemachte, versteht sich von selbst. Am 20. März 1837 sandte der Ber-liner Buchhändler Trautwein an das Oberzensurkollegium ein Manu-skript Heines zur Prüfung; am 31. ging es wieder an ihn zurück mitdem Bescheid, daß man sich diesseits auf eine Vorzensur nicht ein-lassen könne; er möge ein Exemplar des fertigen Abdrucks schicken,erst dann könne man sich über die Zulassung entscheiden. Das Manu-skript war, wie ein beiliegender Prospekt verrät, die Einleitung zum„Don Quichote" ; der Verleger, diesmal die Brodhagsche Buchhand-lung in Stuttgart, hatte ihren Berliner Geschäftsfreund mit der Missionbeauftragt. Am 16. Mai legte dann, wieder im Auftrag des Verlags,die Plahnsche Buchhandlung (L. Nitze) die ersten sechs Lieferungendes Buches mit der Heineschen Einleitung vor und der amtlich be-glaubigten Erklärung, daß Heine an der Übersetzung des „Don Qui-chote" keinen Anteil habe; der „Verlag der Klassiker" (Brodhag) seibereit, etwaige Änderungen noch auszuführen. Der Zensor John fandauch etliches Tadelnswerte darin : Auf S. 3 dürfe der 4. Teil der „Reise-bilder" nicht erwähnt werden, da gegen sie lange vor dem allgemeinenVerbot ein spezielles ergangen sei; S. 4 und 5 beanstandete er die An-spielung Heines auf den mit ihm durch die Zensurmaßregeln getriebe-nen „Donquichottismus": Heine suche die gegen ihn ergriffenen Maß-regeln lächerlich zu machen, „indem er sein, angeblich nur der Zeitvorgreifendes Streben als eine Donquixotterie in entgegengesetzterRichtung als die von Cervantes geschilderte bezeichne und seine Gegnermit den den Helden von Mancha im ungleichen Kampfe überwältigen-den verkappten Barbiergesellen vergleiche"; S. 9 erkläre er die Gesell-schaft für wesentlich republikanisch (keineswegs zugunsten der Re-publik!), aber die Behauptung, daß der bürgerlichen Gesellschaft „jedeFürstlichkeit verhaßt" sei, sei ebenso anstößig wie unrichtig; wennHeine schließlich S. 15 von den Verdiensten seiner Dichterschule be-merke, daß sie „eine heilsame Reaktion gegen den einseitigen Idealis-mus im deutschen Liede" bewirkt habe, so erscheine die Zulässigkeitdieses Eigenlobs mindestens zweifelhaft, doch könne es „wohl nichtleicht jemand bestechen und irreleiten". John besorgte also die Prü-fung mit bemerkenswerter Sorgfalt und anerkennenswertem Spürsinn.Dabei wußte er noch mitzuteilen, daß der „Verlag der Klassiker" demBuchhändler Frankh gehöre, der auf dem Hohenasperg sitze, und derName Brodhag nur fingiert sei. Die Firma hatte aber damals anschei-nend ihren Besitzer gewechselt, ihr Geschäftsführer war jetzt ein Buch-händler Hvas, an den Heine am 24. Februar 1837 das Manuskript derEinleitung geschickt hatte — nach seinem eigenen Urteil das schlech-