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1 (1924)
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405
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405 HEINE

außer einer tadelnswerten Witzelei am Schluß biete es keinen Anlaßzum Einschreiten. Im Anschluß an Goethes Tod hatte Heine gesagt:.,Les dieux s'en vont; — aber die Könige behalten wir." Diese Witzeleinannte aber das Oberzensurkollegium eine „schändliche Stelle", esfand außerdem noch manche Äußerungen darin, die „das Christentumherabwürdigen (S. 7. 11. 29. 34), das gute Verhältnis der deutschenVölker zu ihren Fürsten zu untergraben und die Fürsten selbst aufeine frevelhafte schändliche Weise lächerlich zu machen streben" (S. 58.60. 62). Daher beantragte das Kollegium ein Verbot, und der Ministerentsprach dem am 5. Juni. Der zweite, erst später erscheinende Teilwar damit eo ipso verboten. Im Winter 1835/36 erschien das Werkdann unter dem Titel „Die Romantische Schule" bei Hoff mann & Campe,als gerade die Treibjagd gegen das „Junge Deutschland" auf ihremHöhepunkt war; die Firma Heideloff & Campe hatte deswegen dieneue Ausgabe abgelehnt; Campe hatte sie zur Vorsicht der Zensurunterbreitet, und diese hatte den Text so zerpflückt, daß sich Heineüber den Gedankenmord gar nicht beruhigen konnte; noch 1839 inseinen „Schriftstellernöten" jammert er darüber; seine ausführlicheErklärung dagegen hatte die „Allgemeine Zeitung" im Mai 1836 nichtaufnehmen wollen; erst 1911 sind diese „Erörterungen" in den „Heine-Reliquien" von Karpeles erschienen. Heine hatte, wie er hier sagt, inder „Romantischen Schule" den Franzosen „ein warnendes Spiegelbildvorhalten" wollen, um dem „für Frankreich gefährlichen Einflußunserer ultramontanen Schule entgegenzuwirken", aber „jede Beziehungauf letztere, auf ihr Personal und ihr Domizil" und somit seine ganzeTendenz sei vom Zensor gestrichen worden. Das hielt aber Preußennicht ab, das Buch am 11. Dezember 1835 ausdrücklich zu verbieten,am selben Tage, als es den Bann über Heines sämtliche Schriften aus-sprach; auch Bayern beeilte sich mit einem Verbot (11. Januar1836). Sämtliche Lesarten der Handschrift, des französischen und derdeutschen Drucke gibt Elsters Heine-Ausgabe (Bd. 5). Das Ober-zensurkollegium war hauptsächlich empört über Heines Verherrlichungdes Kosmopolitismus, als dessen Heimat er Frankreich feierte und dem„unsere großen Geister, Lessing, Herder, Schiller, Goethe, Jean Paul,dem alle Gebildeten in Deutschland immer gehuldigt haben", im Gegen-satz zu dem engherzigen Patriotismus des durch die Tendenzen der„Romantischen Schule" befangenen Deutschen, der nicht Weltbürgersein wolle, und zu dem „idealischen Flegeltum" des „Herrn Jahn",desselben Turnvaters Jahn, der seit 1819 von Preußen als Demagogverfolgt wurde. Ein Jahrhundert später, im Zeitalter Poincares, würdeHeine wohl etwas anders geurteilt haben. —

Nachdem dann die Vorrede zu den „Französischen Zuständen" inden verschiedenen Sonderdrucken so viel amtliche Federn in Bewegungzu setzen begann, war in Berlin die Stimmung gegen Heines Werke