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1 (1924)
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HEINE

der Satz nur in jener beim Hamburger Gericht deponierten Hand-schrift, der ersten, wesentlich milderen Fassung der Vorrede; diePariser Ausgabe ist bedeutend gepfefferter, ebenso der von Strodtmannnach dem Korrekturabzug veröffentlichte Text, zu dem Heine einneues, bis jetzt verschollenes Manuskript gesandt haben muß.

Im Widerspruch zu Campes gerichtlichen Aussagen stehen nur seineVersicherungen gegenüber Heine und Strodtmann und die AussagenGaugers, auf die alle vorliegenden amtlichen Schriftstücke in Berlinund Frankfurt zurückgehen. Aber Gauger hatte sein Wissen von nie-mand anders als von Heine, direkt oder indirekt durch Heideloff; daßer dem Dichter persönlich begegnete, steht nach dessen Brief an dieHennesche Buchhandlung in Stuttgart vom 14. August 1833 fest, ganzabgesehen von seinen gerichtlichen Aussagen, mit denen er sich einfalsches Relief hätte geben können. Und Heine erzählte nur das wei-ter, was Campe ihm geschrieben haben soll. Die entscheidenden Briefeliegen im Original nicht vor. Wenn Campe darin wirklich den erfolg-ten Sonderdruck der Vorrede anzeigte, so muß für die Wertung einersolchen Erklärung ein Punkt berücksichtigt werden, auf den bisher nieaufmerksam gemacht wurde: Campes verlegerisches Interesse und seineEifersucht auf Heideloff. Zweifellos fürchtete er, sein Neffe FriedrichNapoleon Campe, der Kompagnon des Parisers, wolle ihm seinen er-folgreichsten Autor wegkapern. Er war sehr wenig erbaut davon, daßHeines Buch „ZurGeschichte der neueren schönen Literatur in Deutsch-land" bei Heideloff erschien, wenn auch nur in beschränkter Auflage.Sein Unbehagen wuchs, als sich das Pariser Haus ohne Rücksicht aufdie verlagsrechtliche Frage zur Sonderausgabe der „Vorrede" ent-schloß. Auch mit Börne war Heideloff als politischer Gesinnungsgenossegut bekannt; auch hier schien sich eine höchst lästige Konkurrenz zuentwickeln. Gerade im Jahre 1834 machte ein groß aufgezogenes Nach-drucksunternehmen viel von sich reden: eine anonyme „GesellschaftGelehrter" in Paris plante eine Gesamtausgabe deutscher Klassiker,die anscheinend durch das Verbot des Bundestags erstickt wurde. AuchBörne und Heine standen auf dieser Klassikerliste. Vielleicht steckteHeideloff dahinter. Noch nach 1835, als sich der Neffe bereits vonseinem Associe getrennt hatte, fürchtete Campe-Hamburg, Heideloffbeabsichtige unberechtigte Nachdrucke Heinescher Schriften; derDichter mußte ihn mehrfach darüber beruhigen. Erst als HeideloffEnde der dreißiger Jahre Bankerott gemacht hatte, ließ Campe seinenganzen Übermut gegen Heine spielen. Bis dahin mußte er mit Heide-loff als einem gefährlichen Konkurrenten rechnen, der sofort ein-sprang, wenn Heine mit seinem Hamburger Verleger Anlaß hatte un-zufrieden zu sein. Diesem aber lag sehr daran, alle Heineschen Schrit-ten in seinem Verlag zu haben, besonders nachdem 1837 der Vertragüber die spätere Gesamtausgabe zustande gekommen war. Die „Vor-