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kommen; Campe sei sehr empört gewesen, als Heine dann die Vorredein Paris drucken ließ. Ein zweiter, von der Pariser Ausgabe äußerlichvöllig abweichender Druck der Vorrede lag auch tatsächlich der Frank-furter Zentraluntersuchungskommission vor, und es galt nun festzu-stellen, ob das etwa der Hamburger Druck sei. Für diesen andernDruck interessierten sich die Frankfurter Zentraluntersuchungskom-mission und die Berliner Ministerialkommission, die beide nach demFrankfurter Attentat (April 1833) zur nachdrücklichen Verfolgungdemagogischer Umtriebe und geheimer politischer Verbindungen ge-bildet worden waren, weit lebhafter als für die Pariser Ausgabe, dienichts mehr zu raten aufgab. Denn dieser apokryphe Druck wurde vonunbekannten Agitatoren in Masse verbreitet, im Großherzogtum HessenLandleuten heimlich zugesteckt, ganze Ballen davon waren an den inpolitische Verschwörungen verstrikten Rektor Weidig in Butzbachdirigiert worden (Frankfurter Meldung vom 1. März 1834), Einzel-exemplare wurden in Briefen allenthalben beschlagnahmt, Gastwirtein Halle, Halberstadt und Koblenz, die ersten beiden jedenfalls auchzugleich Postmeister wie der am Rhein, hatten solche anonymen Zu-sendungen — eine aus Augsburg unterm 12. April 1834 — erhalten undan die Behörde abgeliefert. Heines Vorrede diente also der geheimenpolitischen Propaganda als ein willkommenes und wirksames Agi-tationsmittel, erinnerte sie doch den König von Preußen mit bitterstenWorten an die Konstitution, die er einst seinem Volke versprochenhatte. Gelang es, den verhaßten Hamburger Verleger, den HintermannBörnes und Heines, der Urheberschaft dieses Druckes zu überführen,dann war er geliefert, dann hätte ihn auch der Senat der freien StadtHamburg nicht mehr schützen dürfen; zunächst wäre man dann miteinem Gesamtverbot seines Verlags vorgegangen. Ein Exemplar diesesgeheimnisvollen Druckes schickte die Frankfurter Behörde an die Mi-nisterialkommission in Berlin — es liegt den preußischen Zensuraktenbei —, ein anderes nach Hamburg, um Campe darüber zu vernehmen.Textkritisch hat dieser Druck keinerlei Wert; er ist ein wortgetreuerAbdruck der Pariser Ausgabe, nur ohne das Vorwort des angeblichenHerausgebers Gauger, das aber auch von Heine selbst verfaßt seindürfte. Der ganze Text ist auf 16 Seiten Oktavformat zusammen-gedrängt, ohne Titel oder Umschlag, ohne Angabe des Verlags oderdes Druckers, nur am Kopf der ersten Seite die Überschrift: „Vorredezu Heine's französischen Zuständen." Der Bogen ist nur notdürftiggeheftet, das Papier weich und leicht — alles demnach auf die Ver-sendung als Brief eingerichtet.
Was sagte nun Campe in Hamburg dazu? Bei seiner Vernehmungam 22. Juli 1834 versicherte er zunächst unter Eid und, „was mir mehrals ein Eid gilt, auf meine Ehre", bis zur Stunde die HeideloffscheAusgabe noch nicht gesehen zu haben. Im übrigen bestätigte und er-