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dignirende" Vorrede zu streichen; er sei übrigens abgesetzt und dieZensur jetzt anders eingerichtet.
Durch seine „vorläufige" Erklärung war Heine der Öffentlichkeiteine weitere Rechtfertigung schuldig. Daher verlangte er von Campeam 28. Dezember 1832 kategorisch einen Separatdruck der vollständigenVorrede und schrieb noch eine „Vorrede zur Vorrede" hinzu. Angeb-lich fügte sich Campe und gab das Ganze in Satz. Einen Korrektur-abzug davon fand Strodtmann in Campes Archiv; er hat diesen Textin Band 8 seiner Heine-Ausgabe (1862) benutzt; nur aus diesemBürstenabzug auch kennen wir die „Vorrede zur Vorrede". Ein BriefHeines an Varnhagen vom 16. Juli 1833 besagt, Campe habe die Vor-rede besonders gedruckt, aber „mit fremden Zusätzen", was eine Eigen-mächtigkeit des Verlegers andeutet. Dem gegenüber behauptete Campe,als ihm ein Druck der unverstümmelten Vorrede gezeigt wurde, dassei gar nicht Heines Stil, sondern irgendein Johann Ballhorn habe „dieCensurlücken durch eigene Arbeit ausgefüllt"; darin irrte er sich.Heine will dann die Verbreitung der Sonderausgabe seinem Verlegeruntersagt haben ; trotzdem habe dieser einige Exemplare an polnischeBekannte gegeben, eines davon sei nach Paris gekommen, und eindortiger Deutscher habe nun „auf eigne Hand" aus den Texten desangeblichen Hamburger Drucks und der gleichzeitig erscheinendenfranzösischen Übersetzung die selbständige Ausgabe der Vorrede zu-rechtgemacht.
Die Absicht des Briefes ist klar: Varnhagen sollte das in Berlinweitererzählen. Auch dem preußischen Gesandten in Paris, v. Werther,versicherte Heine seine völlige Unschuld. Als er aber seinem neuenFreunde Laube am 10. Juli die erste Mitteilung von der Broschüremachte, sagte er kein Wort davon, welche besondere Bewandtnis esdamit habe; erst zwei Jahre später (23. November 1835) packte er da-mit aus, die „famose" Vorrede sei „nur durch den preußischen SpionKlaproth in die Welt gekommen"! Der Orientalist Julius Klaprothverkehrte bei Heideloff; Heine hatte ihn dort kennengelernt; aber inden Zensurakten kommt sein Name nicht vor.
Die preußischen Behörden waren über den Zusammenhang bald weitbesser unterrichtet. Ungefähr im Juni 1833 erschien die „Vorrede zuHeinrich Heine's Französischen Zuständen nach der französischen Aus-gabe ergänzt und herausgegeben von P. G .. g . r" ; sie trug die Ver-lagsfirma „Leipzig, Heideloff & Campe", aber auf der Rückseite desSchmutztitels stand die Druckfirma „Dondey-Dupre, Ludwigsstraße,no 46", die den ausländischen Ursprung des Heftchens schon so gutwie verriet. Am 20. September bezeichnete das Oberzensurkollegiumsie als eines der „frechsten Machwerke", das die gröbsten Ausfällegegen die preußische Regierung sowie „die härtesten Verunglimpfun-gen Sr. Majestät des Königs und der Königlichen Familie" enthalte.