HAUPTMANN
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zeitung", 2. Oktober). Tags darauf versicherte dasselbe Blatt, denOffizieren der Armee und Marine sei der Besuch dieses Theaters ver-boten worden, auch in Zivil. Zuerst wurden die Nachrichten demen-tiert, aber dann bestätigte sich doch so viel, daß der Kaiser entschlossensei, das Theater in der Schumannstraße nicht mehr zu besuchen, unddaß seitens der Regimentskommandeure zwar kein Verbot, aber dochein entsprechender „Wunsch" an die Offiziere ergangen sei. Die offi-zielle Kündigung der Hofloge erfolgte erst später. Der Kaiser soll„Die Weber" selbst gelesen haben, vor allem aber das Urteil des Ober-verwaltungsgerichts ; er habe letzteres keineswegs gebilligt, meldeteam 22. Oktober 1894 das „Kleine Journal", aber es nicht öffentlichdesavouieren wollen. Letzteres geschah dann nachdrücklich genugeinige Monate später in der Sitzung des Preußischen Abgeordneten-hauses vom 21. Februar 1895, in der Minister des Innern v. Koller ineinem temperamentvollen Rededuell mit dem Abgeordneten Rickcrtunter besonderer Zustimmung des Zentrumsführers Freiherrn v. Heere-mann und des Herrn v. Zedlitz-Neukirch der Hoffnung Ausdruck gab,„daß in nicht zu langer Zeit die Entscheidungen des Oberverwaltungs-gerichts anders ausfallen werden", und den Polizeibehörden, die hierund dort das Stück verboten, seinen besondern Dank aussprach. Eine„Kritik" an dem Urteil sollte damit natürlich, wie Herr v. Koller dannmit Emphase versicherte, keineswegs geübt sein! Aber schon am6. März ging die Notiz durch die Presse: Herr v. Koller habe denPräsidenten des Oberverwaltungsgerichts „angerüffelt", und bei einemFloffeste habe ihm der Kaiser so wenig freundliche Dinge gesagt, daßder Beamte um seinen Abschied ersucht habe („Vorwärts"). DerName des Präsidenten Richter fehlt tatsächlich dem dritten Urteil,das das Oberlandesgericht über die „Weber" zu fällen hatte. Als imSommer 1895 auch das Stadttheater in Halle Miene machte, die Ent-scheidung jenes Gerichts anzurufen, entwickelte sich durch eine At-tacke der „Kreuzzeitung" vom 1. Juni eine ausführliche Zeitungs-debatte über dessen Kompetenz und über die Frage, „ob die Polizeibefugt sein soll, der dramatischen Dichtung unserer Zeit die Richtungvorzuschreiben, in der sie sich in Zukunft bewegen soll, und ob diegeläuterten Kunstanschauungen, die Herr Minister v. Koller in seinemAusspruche über Gottfried Kellers Novellen an den Tag gelegt hatund die in dem Ausspruche des Herrn Kriegsministers über Freiligraths,Schmierereien' eine Stütze finden, fortan in Preußen den amtlichenStempel tragen sollen" („Vossische" vom 6. Juni, dazu „National-zeitung" vom 7.). Im November 1894 hatte außerdem die PreußischeGeneralsynode getagt; in ihrer Sitzung vom 10. gab Professor Dr. Zornaus Königsberg seinem „Entsetzen" über den „aufwiegelnden Inhalt"der „Weber" Ausdruck, und die Debatte im Abgeordnetenhaus fandalsbald ihr Gegenstück in einer Erörterung im Reichstag, wo Herr