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1 (1924)
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GUTZKOW 292

nire, ich habe entschieden abgelehnt, einen größern Artikel über dencosmop. Nachtwächter zu schreiben, ich stehe mit Hoffmann u. Campeüber kein einziges Buch mehr in Verbindung, warum soll ich Märtyrervon Schriften sein, von denen ich die eine nicht mag und die andrenirgend empfohlen, ausführlich nicht angezeigt habe ?! Unglück istzwar in meiner dornigen Laufbahn noch immer mein Loos gewesen,aber wozu soll ich jetzt in einem andern Lichte erscheinen, als dem,das die Wahrheit mit sich bringt ?

„Es existiren hier in Hamburg drei Buchhandlungsfirmen: Hoff-mann & Campe, Julius Campe, August Campe. Der Telegraph istgestern nicht mehr bei Hoffmann u. Campe, sondern mit der mittlerenFirma erschienen, wie Anlage zeigt. Ich gebe mich der Hoffnung hin,daß Ew. Excellenz auf diese Veränderung hin die freie Praxis dieserZeitschrift innerhalb der Preußischen Monarchie nicht hindern werden."

Gutzkow fügte als Belege, außer Nr. 1 von 1842, die Nummern 198und 200 des Jahrgangs 1841 bei; in der ersten hatte ein ungenannterMitarbeiter aus Göttingen den Dichter der „Unpolitischen Lieder" inSchutz zu nehmen versucht, während die Redaktion (Gutzkow) die„stumpfe Pointe dieser Hoffmann'schen Witze, die Süffisance dieserGesangsmanier und die Seichtigkeit der poetischen Anschauungen undpolitischen Auffassungen des Herrn Hoffmann" niedriger hängte undan Stelle des „nüchternen und unpoetischen" zweiten Teils auf die„wahr empfundenen, wirklich schönen politischen Gedichte" vonDingelstedt und Herwegh verwies. Die „Nachtwächterlieder" warennicht direkt genannt, jeder Leser aber mußte schließlich an sie denken,wenn Dingelstedt auch vordem, und nicht anonym, schon andere poli-tische Gedichte veröffentlicht hatte. Nr. 200 sprach von GutzkowsAussicht auf einen Dramaturgenposten in Darmstadt, und in dem Briefan Rochow deutete er weiterhin noch an, daß er am liebsten in Berlinlebe — tatsächlich korrespondierte er 1841 mit dortigen Freunden wieM. Carriere über eine mögliche Dramaturgentätigkeit am BerlinerHoftheater, wo seine Dramen erfolgreich aufgeführt wurden. Bestandeine solche Aussicht, so war sie durch die neue Polizeimaßregel jetztvöllig beseitigt. Daher schrieb er noch in dem Brief an Rochow : „Ichmuß in meiner traurigen Stellung ausharren, gezwungen an allden Wirrsalen des Tages Theil nehmen und nun wieder durch einemir fremdgewordene Buchhandlung ein neues Unglück erleben, dasich selbst durch nichts verschuldet habe!"

Auf den Minister machte die Eingabe keinen Eindruck. Er erklärteam 15. Januar, politisch sei der „Telegraph" zwar unschädlich, sonstaber spiegele sich „in keiner Zeitschrift die Flachheit und Anmaßungder jungen Schule" so treu wider; er sei daher nicht für Ausnahmen.Die Minister Eichhorn und Werther bekundeten ihr Einverständnis(28. Januar), und der Erfolg des Gesuches war, daß der Generalpost-