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1 (1924)
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am ii. Juli 1839, so wie er eben von einer Reise gekommen war. „Ihrmüßt's nit drauf schauen," sagte er in seiner volkstümlichen Sprech-weise, „ich mein's gut und wünsche herzlich Glück allerseits!" Und zurTochter des Freundes, der Braut Marie, meinte er: „Geh du, Mizi,allweil mit, daß er nit wieder einsame, gefährliche Spaziergänge unter-nimmt." Nach L. A. Frankls Versicherung war dies die erste persön-liche Begegnung des Dichters mit dem Erzherzog, aber „schriftlichhatte sich Auersperg, als ihm wegen der .Spaziergänge' noch nach-wirkende Ärgernisse drohten, vertraulich an den Erzherzog gewandt,um dessen wirksame Vermittlung zu erlangen". Nur so ist zu erklären,daß die österreichische Regierung Anastasius Grün unbekümmertweiter seine Gedichte veröffentlichen ließ und ihm eine Ausnahme-stellung zubilligte, die man keineswegs jedem hergelaufenen Schrift-steller einräumte. Die junge Generation der vormärzlichen Lyrikerempfand diese zweierlei Gerechtigkeit oftmals sehr bitter (vgl. Meißner,>,Geschichte meines Lebens" I, 150). Wenn es richtig ist, was Löwenthalvon Lenau gehört haben will (Castle, a.a.O., S. 118), daß Auersperg1838 dem Fürsten Metternich versprochen habe, entweder auszuwandernoder zu schweigen, so müßte auch diese Fessel gefallen und dem Dich-ter die Freiheit des Wortes zurückgegeben worden sein, so wie ersie früher geübt hatte. Nur — in Österreich selbst sollte der Dichternicht existieren! In Wiener Journalen, versichert Ed. v. Bauernfeld(„Alt- und Neu-Wien", Ausgabe von Horner, IV, 98), durften dieWerke Grüns nicht erwähnt werden; sogar in Ungarn hatte 1836 derAbdruck des Grünschen Gedichtes „Der Dichter im Kerker" in demdeutschen Blatt „Der Spiegel" dem Herausgeber Franz Wiesen diepeinlichsten Scherereien eingebracht, und 1843 setzte man dieser Vogel-Strauß-Politik die Krone auf: Auersperg wollte die dritte Auflageseines „Letzten Ritters" bei Braumüller in Wien selbst erscheinenlassen; er suchte offenbar einen Ausgleich mit der einheimischenZensurbehörde anzubahnen, indem er ihr den Neudruck seines natio-nalen, der Verherrlichung eines Habsburgers gewidmeten Werkes an-heimgab, das 1832 in den „Wiener Jahrbüchern" mit hohem Lobeausgezeichnet worden war. Aber die Polizei war eigensinnig und bliebbei ihrem Prinzip: 1838 soll sie einmal erklärt haben, der Name Gründürfe nicht gedruckt werden, weil es „keinen Nachweis dafür gebe,daß ein solcher Dichter in Person existiere" (so meldete der WienerKorrespondent des „Freihafens" 1838. III, 258, Stephan Thurm, d. i.nach Frankl: Adolph Neustadt). Jetzt, 1843, konnte sie das nicht mehrsagen. Grün-Auersperg existierte wirklich und hatte ihr Ärger genuggemacht! Sie duldete sogar, mußte offenbar dulden, daß jetzt dieNamen Grün und Lenau in österreichischen Blättern genannt, dieBilder der Dichter in dortigen Zeitschriften gebracht wurden (vgl.Ed. v. Bauernfeld, „Pia desideria" 1842. S. 22). Aber damit war sie