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ab, einmal wegen des seinerzeit gezahlten miserablen Honorars, vorallem aber mit Rücksicht auf die „der Gesinnung wegen bemerkens-werte Drohung der Denunziation", die er allerdings jetzt als unschäd-lich bezeichnete. Vielleicht konnte er sich dabei auf einen Verjäh-rungsparagraphen des Strafgesetzes berufen. Aber doch vermied noch1842 Ed. v. Bauernfeld in seiner anonymen Broschüre „Pia desideria"(S. 17. 21. 69) mit deutlicher Ängstlichkeit, Grün den Verfasser der„Spaziergänge" zu nennen; er vollführte geradezu einen Eiertanz, uman diesem Zugeständnis vorbeizukommen: er rühmt das Buch, aberGrün ist immer nur der Verfasser des „Schutt". — Der Zwist mit demedlen Campe verzögerte die neue Auflage noch drei Jahre, sie erschienerst 1844, und zwar bei Weidmann; Campe hatte seinen Widerspruchfallen gelassen. > So kam es, daß die „Spaziergänge", die von allenWerken Grüns das größte Aufsehen machten, zwölf Jahre brauchten,um von der zweiten auf die dritte Auflage zu klettern. Dann folgtenihr in den nächsten Jahren mehrere neue, aber alle diese Neuauflagenerschienen nach wie vor anonym, der Name des Dichters wurde nichtgenannt. Vielleicht hatte die österreichische Regierung die Beibehal-tung der Anonymität zur Pflicht gemacht, um wenigstens formellkeinen Anlaß zu haben, dagegen noch nachträglich vorzugehen. Ver-handlungen darüber haben zweifellos stattgefunden, wenn sich auchbisher darüber nichts feststellen ließ. Mit jener Strafe von 25 Dukatenwar ja der Fall Grün-Auersperg noch keineswegs erledigt. Schon am20. Mai 1838 hatte Sedlnitzky an den Gouverneur in Laibach auf dieneuerliche Veröffentlichung des „höchst anstößigen" Gedichtes anJakob Grimm hingewiesen; er habe außerdem „auf konfidentiellemWege" erfahren, daß Graf Auersperg damit umgehe, „nächstens wie-der mehrere seiner Gedichte mit Umgehung der inländischen Zensur-behörde zum Druck in das Ausland zu senden". Davon ließ sich Auers-perg auch nicht im geringsten abhalten. Anastasius Grün erschien mitBeiträgen in deutschen Blättern unbekümmert hier und dort, seinenicht mit einheimischer Zensur gedruckten Werke erlebten neue Auf-lagen in Leipzig, und nach einer Pause von fünf Jahren erschien dortsogar ein neues, „Die Nibelungen im Frack", ohne daß dem Dichteretwas geschehen wäre. Seine Auswanderungspläne hatte er längst auf-gegeben ; gerade weil er merkte, daß Metternich seine Entfernung ausdem Vaterland nicht ungern sah, um den unbequemen Untertan Sr.Majestät endlich loszuwerden, blieb er, und seine Heirat im Jahre 1839fesselte ihn nur noch enger an die Heimat. Daß man den Dichter trotzalledem ungeschoren ließ, hatte er offenbar der Vermittlung einesmächtigen Gönners, des Erzherzogs Johann, des späteren Reichsver-wesers, zu verdanken. Der Erzherzog war mit Auerspergs Schwieger-vater, dem steiermärkischen Landeshauptmann Graf Atems eng be-freundet und erschien fast unerwartet zu Graf Auerspergs Hochzeit