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wurden! Das ergibt sich aus des Dichters undatiertem, aber wohl 1829in Wien geschriebenen Brief an seinen Freund K. G. v. Leitner (Grill-parzer-Jahrbuch VI, 16) ; da heißt es: „Meine .Blätter der Liebe' sindnun endlich erschienen. Gerne würde ich Ihnen ein Exemplar senden,doch die leidige Censur hat alle meine Exemplare zurückbehalten. MitMühe gelang es mir ein einziges Exemplar aufzutreiben ... InOstreich hoffe ich den meisten Absatz zu Grätz, wo die Buchhändlerdoch noch etwas risquiren können. Hier ist durch die Strenge undWachsamkeit der Censur alle Aussicht versperrt!" Grund genug, dasPseudonym streng zu wahren, und in der Voraussicht solcher Ver-wicklungen wurde auch der Name des Freundes maskiert, dem Grünseinen „Letzten Ritter" widmete. „Meinem Freunde Joseph Ernfell"lautete die Dedikation; der richtige Name hieß Joseph Fellner; alsAuersperg noch in Graz Jura studierte, hatte er in diesem Manneeinen Freund fürs Leben gefunden; Fellner war österreichischer Ver-waltungsbeamter, die Nennung seines Namens auf einem in Münchenohne Wiener Zensur erschienenen Buche hätte ihn jedenfalls in Un-gelegenheiten gebracht, andrerseits auch leicht verraten, wer derZimmernachbar war, dessen herzliche Widmungsworte der gemeinsamverlebten Studentenzeit in der Hauptstadt der Steiermark ein so liebens-würdiges Denkmal der Erinnerung setzten. Obgleich nun „Der letzteRitter" mancherlei erhielt, wobei sich die Stirn des Zensors in strengeFalten legen mußte, ließ man doch, wohl in Anbetracht des patriotischenStoffes — Kaiser Maximilian I. war der Held der Dichtung — fünfgerade sein, das Buch fand sogar eine sehr anerkennende Kritik in den„Wiener Jahrbüchern", die von Metternich gegründet waren und vonder Regierung unterhalten wurden; Verfasser der Kritik war derBenediktinermönch Michael Enk, der 1843 Selbstmord beging, indemer sich in die Donau stürzte — ein Aufsehen machendes Ereignis,dessen Erwähnung in der österreichischen Presse streng verboten war.Nicht zu Gnaden aufgenommen wurde, nach einer AndeutungSchlossars in seiner Ausgabe der Werke Grüns (Verlag Hesse & Becker,I, 86), dessen nächste Dichtung „Schutt"; sie erschien 1835 bei derWeidmannschen Buchhandlung in Leipzig, der Auersperg nach undnach alle seine Werke — mit einer Ausnahme — anvertraute. Als erdann 1837 bei demselben Verleger seine „Gedichte" herausgab, stricher, sein eigener Zensor, alles, was ihre Einfuhr in Österreich hätteerschweren können; die Überbleibsel wurden einer spätem Sammlungaufbewahrt, die erst 1876, im Todesjahr des Dichters, unter dem Titel.Jn der Veranda" sein Lebenswerk abschloß. Der Name AnastasiusGrün ist dem Dichter verblieben, er hat sich niemals veranlaßt ge-funden, ihn durch seinen bürgerlichen — vielmehr adligen Namen zuersetzen, und das einmal gewählte Pseudonym wurde bis Ende 1837so korrekt aufrechterhalten, daß O. L. B. Wolff in seiner „Encyclo-