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des Innern schob ihn ad acta mit dem bezeichnenden Diktum: „DerLümmel ist sehr zahm geworden, und dieser vormärzliche,damals so gefährliche Eckensteher-Liberalismus erscheint jetzt ab-gestanden und bewältigt!"
(An Akten des Geh. Preuß. Staatsarchivs, die dem Glaßbrenner-biographen Rodenhauser nur teilweise bekannt waren, wurden für dieobige Darstellung benutzt: Rep. yy II Gen. 19 (Vol. 3) und 67; 77 IISpec. B 20, G 27 und L 34; 77 III Nr. 9; yy Tit. 381 Spec. Nr. 15 und18; Rep. 101 E Lit. B 41 und Lit. G 22; Prov. Brand. Rep. 30 BerlinC Tit. 165 32 Vol. Ia (— Rodenhauser 30 A IX), 30 Berlin C Lit.B 615 und R 26; Ausw. Amt I Rep. IV 196 Bd. 4, 5 und 9.)
GRILLPARZER, FRANZ (1791—1872).
In der Geschichte der Zensur füllt Grillparzer ein besonders inhalt-reiches Kapitel, denn kein anderer deutscher Dichter ist durch diepolizeiliche Beaufsichtigung der Literatur, wie sie vor hundert Jahrenbetrieben wurde, so heillos verwundet worden wie er. Seine Zensur-widrigkeit begann schon in seiner Studentenzeit. Mit einem Freundewollte er ein belletristisches Journal herausgeben; die Zensurhofstelle,der die Probebogen handschriftlich vorgelegt wurden, versagte aberdie Bewilligung zum Druck. Sie betrachtete sich dabei gewiß ganz alsErzieherin eines kaiserlichen Untertans: ein Student der Jurisprudenzhatte Wichtigeres zu tun, als mit solchem Dilettantenkram seine Zeitzu vertrödeln, und selbst der Dichter meinte später, daß dies ersteZensurverbot „wahrscheinlich" ganz richtig gewesen sei; aber ebenso„wahrscheinlich" ist, daß eine frühzeitige freie, die eigene Initiativelockernde literarische Tätigkeit die Entwicklung gerade dieses Dichtersaufs günstigste würde beeinflußt haben.
Grillparzer wurde bekanntlich durch seine „Ahnfrau" mit einemSchlage berühmt. Am 31. Januar 1817 wurde dies erfolgreichste allerseiner Dramen im Theater an der Wien zum erstenmal aufgeführt;1824 wurde es sogar burgtheaterfähig. Gleichwohl war es nicht nureinmal, sondern sogar zweimal verboten worden. Zunächst, als es zumerstenmal der Zensur vorgelegt wurde, und der Dichter war darüberso erzürnt, daß er schon mit dem Gedanken umging, sein Werk über-haupt zurückzuziehen — was bei Grillparzer bekanntlich keine leereDrohung war. Die Darstellerin der Bertha und des Gespenstes, SophieSchröder, die berühmte Tragödin, die als Gast des Theaters an derWien Grillparzers Stück zu ihrem Benefiz gewählt hatte, wußte aberdie Aufführung durchzusetzen. Nach dieser ersten Vorstellung wurdees nochmals verboten. „Da trat denn", erzählt der Dichter, „der pen-sionierte Hofschauspieler Lange, der den Grafen Borotin gab und diedritte Vorstellung zu seiner Einnahme geben wollte, in die Schranken,und mit seiner Rührung als tragischer Vater brachte er die Erlaubnis