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gegeben würden, in denen Könige umkämen. „Das ist richtig," wardie Antwort, „aber das sind fremdländische Potentaten; ein Fürst ausdem Hause Habsburg darf weder auf der Bühne noch in einem Gedichtermordet werden; es ist schon beklagenswert genug, daß man es ineinem Geschichtsbuch erzählen muß." — In einem epischen Gedichtschilderte Frankl, wie der letzte Mönch eines zum Aussterben be-stimmten Klosters in seiner Einsamkeit wahnsinnig wird und, die Messelesend, tot zusammenbricht. Es sollte in Castellis Almanach „Huldi-gung den Frauen" erscheinen, wurde aber verboten, „weil es dasHeiligste, eines phantastischen Zweckes wegen, entweihe". „Merk-würdig", meinte dazu Castelli, „daß die Mönche immer noch gestrichenwerden — früher mit der Geißel, jetzt mit dem Rotstift." — Auf denTod des Kaisers Franz (1835) schrieb Frankl ein Gedicht in Terzinen:die erste Nacht in der Kaisergruft nach der Bestattung; aus denübrigen Särgen erheben sich die Vorfahren, darunter Kaiser Joseph II.,den es zu wissen verlangt, ob sein Neffe, den er einst für ÖsterreichsThron bestimmte und erziehen ließ, auch in seinem Geiste geherrschthabe; aber auf diese Frage erfolgt keine Antwort, und die gespenstischbeleuchtete Gruft versinkt wieder in tiefstes Dunkel. Diese schüchterneSymbolik war staatsgefährlich, der Zensor strich sie. Die steten Mah-nungen an Joseph II. gingen den damaligen Machthabern auf dieNerven. Der Herausgeber des Brockhausschen „Hermes", K. E. Schmid,berichtet in einem Brief an den Verleger aus dem Jahre 1821 von demVerbot eines bereits zensierten Buches in Österreich, bloß deshalb, weilKaiser Joseph darin gelobt wurde! Eine ähnliche Erfahrung machteauch Frankl. Sein erstes Buch, die Balladensammlung „Das Habs-burglied" (1832), beinahe schon eine Nationalhymne, enthielt auch einGedicht auf das tragische Los jenes Kaisers. Der Zensor wollte eskeinesfalls zum Druck freigeben, und der Polizeiminister v. Sedlnitzkywar ganz seiner Meinung. Der in letzter Instanz angerufene Staats-kanzler, Fürst Metternich, ließ sich aber davon überzeugen, daß esnoch schlimmer auffallen müsse, wenn in der Reihe der habsburgischenRegenten nur Kaiser Joseph fehle, und kassierte den Zensurstrich. —Frankls bekanntestes Werk, sein Heldenlied „Don Juan d'Austria"(1846), fand zwar die Billigung der Wiener Zensur, doch nur unterder Bedingung, daß es „im Auslande" gedruckt werde. Als es dannin Leipzig erschien und die k. k. Wiener Zeitung in einer Kritikdie Grundidee des Gedichtes zutreffend zu formulieren wagte, daß derHeld dieses Gedichtes überall siegreich sei, wo er für seine Überzeugung,für die Freiheit des Volkes kämpfe, aber tragisch untergehe, als er derTyrannei seinen Arm leihe, war das Mißfallen an höchster Stelle groß.Sedlnitzky erließ eine scharfe Rüge an den Redakteur und eine heftigeAufforderung an den Zensor, sich „standhaft" zu verteidigen, wie erein Gedicht solcher Tendenz überhaupt habe durchgehen lassen können.
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