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1 (1924)
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141
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EINSTEIN

ihn mit besonderem Nachdruck weiter. Von da ging die Alarmnach-richt in gleicher Tonart durch die Blätter der Rechtspresse: „Eineantichristliche Herausforderung", „eine unerhörte Verhöhnung derchristlichen Religion" usw. Die Zitate aus Einsteins Buch waren über-all die gleichen, so daß eine gemeinsame Quelle dieser Pressenotizenanzunehmen ist. Aber auch das Judentum sah sich durch die vonEinstein in seiner fünften Szene gezeichneten Vertreter schlimmer ge-schmäht als von einem „überzeugten AntisemiteV; die „Kreuzzeitung"konnte am 16. Februar mit einer Zuschrift „von jüdischer Seite" auf-warten, die den Dichter heftig abschüttelte und ihn der Klasse „inner-lich mit dem Judentum zerfallener Literaten" zurechnete, die „ebensowenig Gefühl und Takt anderen Religionen gegenüber haben wie gegen-über ihrer eigenen". — Unterdes hatte die Schriftleitung der „Kreuz-zeitung" Einsteins „Christusbroschüre" auch selbst geprüft und stellte'est (16. Februar), „daß sie von Anfang bis Ende gefüllt ist mit der-artigen widerwärtigen, ja ekelerregenden Einzelheiten"; sie machte„die gesamte christliche Presse" nochmals auf „dies unerhörte Pam-phlet" aufmerksam und wies auf die „Tatsache" hin, „daß es geradeimmer wieder jüdische Literaten sind, die ihr Gift gegen die er-habensten Gestalten der christlichen Religion verspritzen". Die „Deut-sche Tageszeitung" (27. Februar) schöpfte wieder aus der Urquelle,c ' e r „Schlesischen Tagespost", und stellte das dort gekennzeichneteWerk „an den Pranger", als Beweis, „wie weit jüdische Frechheit sichm unserer Republik vorwagen darf". Auch im „Sprechsaal" des Buch-handler-Börsenblatts (Nr. 76 vom 30. März) wurde diese Opposition] aut. Bei der nun anhebenden Preßfehde erwies sich eine Anpreisungdes Buches durch den Verlag als verhängnisvoll. Auf der „Leibbinde",ohne die sich ein neues Druckwerk schon kaum mehr sehen lassendarf, hatte gestanden: „Diese Dichtung, eine Folge von Szenen, diesich um Lehre und Tod Christi gruppieren, rüttelt an allem, was demBürger und Unbürger heilig ist. Entwurf und Gestaltung sind vonunerhörter Kühnheit. Ein Christus-Drama von dämonischer Bitter-keit, an Grauen und Tragik mit frühmittelalterlichen Passionsbildernwetteifernd. Geist, Satire, Ironie vereinigen sich zur intellektuellenVernichtung unserer Gegenwart." Diese Wendung — das üblicheWochrelief des Reklamekünstlers, das von Laien außer- und innerhalbes " Uc hhandels oft aus zu großer Nähe betrachtet wird! — erläuterteVerlag jetzt dahin, daß „hier sowohl die konservativ, wie auch dieoiutionär Gesinnten bittere Worte zu hören bekommen" („Börsen-

att . Nr. 76, 79 und 82). An die religiöse Deutung des Wortes„neihg" hatte er, so versicherte er später, nicht gedacht.

in Nr. 73 der „Kreuzzeitung" vom 12. Februar hatte sich auch be-reits der Zeuge gemeldet, der — nicht etwa aus der Lektüre der ver-einten Dichtung, sondern lediglich auf Grund des Zeitungsartikels