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ist dadurch schon entkräftet, daß nichts erschlichen, sondern aufgradem Wege erzielt worden ist. Wer kennt Ihre Handschrift: erstmuß Ihr Name meine Lippen passieren, dann erst können Sie gefragtwerden; das zu verschweigen, mich zu verstecken —, zu sagen, ichwolle mich von meinem Worte erst entbinden lassen [ist meine Sache] ;ich schreibe, bekomme keine Antwort, endlich erhalte ich sie: ,er istauf Reisen' usw. Zeit gewonnen — alles gewonnen! . . . Sein Sieguthen Muthes, verraten Sie sich vorläufig nicht zu früh, nichtselbst —; sehen wir erst den Lauf der Dinge an, dann findet sichdie Autor-Ehre später schon befriedigt. Lassen Sie die Leute nur einbischen sich abmühen, wer der Verfasser seye, das schadet nicht."
Das Imprimatur? Hatten denn die „Lieder eines kosmopolitischenNachtwächters" die amtliche Zensur bestanden? Der Rest des Manu-skripts war ja eben erst beim Verleger eingelaufen! Der „grade Weg"des tüchtigen Campe hatte doch eine kleine — Kurve! Im AugustJ 84i hatte er erst Manuskript für sieben Druckbogen; am liebstenhätte er einundzwanzig erhalten, denn Werke von mehr als zwanzigBogen waren frei von der Präventivzensur; er merkte aber bald, daßdie erlösende Zahl 20 nicht voll werde — es wurden schließlich nur10% Bogen —, daher sandte er jene sieben Bogen an die HamburgerZensurstelle, bei der er „noch immer am billigsten" wegkam undmanches durchschleppte, was überall anderswo beanstandet wordenwäre, es durfte „nur nicht plump seyn, nicht zu sichtbar hervor-geschoben werden". Schon am 16. August hatte der Hamburger Zensor,..ohne zu lesen", das Imprimatur erteilt! Frohlockend schrieb der ge-riebene Verleger an den Dichter : „Unter diesen LTmständeu habe ich für^ as gegenwärtige Mspt. die Druckerlaubnis bekommen —; für den Restnehme ich sie mir, sende nun nichts mehr an ihn [den Zensor] hin,da auf dem Titel das Imprim. befindlich ist und er nicht weiß washinter demselben weiter steht. — Das soll übrigens keine Heraus-forderung an Sie seyn, sich dieses zu Nutz zu machen und nun überden Strang zu schlagen." Drucken ließ Campe das Buch der Vor-sicht wegen auf damals dänischem Boden, im nahen Wandsbek bei H.G. Voigt.
Dieser Praktik ebenbürtig ist die Art, wie Campe das fertige Buchverbreitete. Auch darüber geben die von Dr. Georg Büttner in der„Zeitschrift für Bücherfreunde" (1914/15, Heft 11) veröffentlichtenBriefe des Verlegers an Dingelstedt amüsanten Aufschluß. Die ersten1000 Exemplare wurden unbestellt als „erste Auflage" sämtlich an dieBuchhändler versandt. In den Buchhändlerfakturen soll Campe, wieHoffmann von Fallersleben erzählt („Mein Leben" III 211), denanonymen Nachtwächter unmittelbar unter dessen „UnpolitischenLiedern" aufgeführt haben, so daß manche Buchhändler glaubten,Hoffmann sei der Verfasser auch dieser neuen Liedersammlung. Das