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in Hamburg erschien. Literarischen Kreisen war der Name des Ver-fassers allerdings kein Geheimnis. Ein Jahr vorher hatte der „Kassei-schen Allgemeinen Zeitung" (Nr. 338, Dezember 1840) die Probenummereiner neuen Zeitschrift „Der Salon" beigelegen; als ihr Redakteur zeich-nete Franz Dingelstedt, annoch Schulmeisterlein am Gymnasium inFulda, aber als Schriftsteller, besonders als Lyriker von eignem Klang,vollendeter Form und scharfem Witz, zünftigen Merkern wohlbekannt;sein unausrottbar volkstümliches „Weserlied" stand schon in der erstenSammlung seiner „Gedichte" (Kassel und Leipzig, J. C. KriegerscheBuchhandlung, 1838. S. 121). Jene Probenummer des „Salon" brachtedie klassischen Verse: „Weib, gib mir Deckel, Spiess und Mantel, DerDienst geht los, ich muss hinaus", allerdings mit der gemildertenSchlußpointe: „Und lobet Gott den Herrn!" (statt: „Und lobt,nächst Gott, den Landesherrn!") ; als aber die wirkliche erste Nummerder Zeitschrift erschien, und zwar „mannigfacher Schwierigkeitenleicht zu erratender Art" wegen erst vier Monate später, fehlten so-wohl der Name des Herausgebers als auch dieses Gedicht, es war»aus mannigfachen Gründen vom Poeten wieder zurückgenommen"worden, das heißt: die hessische Zensur hatte es verboten. Die Versewaren aber schon geflügelt geworden, nicht zum wenigsten durch dierührige Begeisterung etlicher Pennäler, die dem „langen Franz" beiseiner zensurwidrigen Tätigkeit Schreiberdienste zu leisten pflegten.Dasselbe Gedicht eröffnete nun die „Lieder eines kosmopolitischenNachtwächters", und der Verleger Campe hatte vollkommen recht,wenn er meinte: „Wer im Bereich des Salons dergleichen schaffenkonnte —, ist darüber eine Frage zulässig?"
Weit boshafter als das behaglich-humorvolle Einleitungsgedicht warder übrige Inhalt des schmalen Bändchens, der über die Krähwinkeleider deutschen Kleinstaaten, über den borstigen Zopf der „Dutzend-Fürsten" und „Taschen-Höflein" und die ganze lächerliche Misere derdamaligen deutschen Bundesstaatenpolitik — der preußischen nichtausgenommen — übermütig herzog. Daß sein Erscheinen der Schul-meisteridylle in Fulda ein plötzliches Ende bereiten müsse, darüberwar sich der Dichter klar; hatte doch sein Landesherr unter der mora-lischen Regentschaft der famosen Gräfin Reichenbach ihn schon mehr-mals literarischer Sünden wegen gemaßregelt, sogar von der Haupt-stadt Kassel in das minder gefährliche Provinznest Fulda strafversetzt.Sein komischer Roman „Die neuen Argonauten" (Fulda, 1839) hatte ihmaußer einer „ernsten Zurechtweisung" seitens der Ministerialbehörde eineOrdnungsstrafe von 20 Talern eingebracht wegen „Profanierung hei-liger Schriftworte" (auf S. 262), obgleich das Werk unbeanstandet mitsächsischer Zensur erschienen war. Schon im Februar 1841 hatteDingelstedt dem Hamburger Verleger seine Nachtwächterliedergeboten, und Campe drängte sehr, sie gleich zur Ostermesse hei
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